Revisionismus

Pearl Harbor 1941

Obwohl es sich bei der Zerstörung des US-Kriegshafens Pearl Harbor durch die Japaner um eines der zentralen Ereignisse des 2. WK handelt, ist im Nachkriegseuropa darüber nur sehr wenig bekannt. Die deutschsprachige Literatur zum Thema ist ungewöhnlich dünn und unbefriedigend. Nun liegt das Buch von George Morgenstern, Pearl Harbor 1941. Eine amerikanische Katastrophe in deutscher Übersetzung vor, herausgegeben von Dr. Walter Post, Herbig, München 1998, 384 S., 3776619961, DM 49,90.

Das Buch und sein Autor werden zwar in allen Bibliographien zum Thema Pearl Harbor aufgeführt, sie sind aber in Europa völlig unbekannt. Das Staunen des Lesers wächst, wenn er erfährt, dass dieses Buch auf den Feststellungen und Schlussfolgerungen eines Untersuchungsausschusses des amerikanischen Kongresses aufbaut, der sich 1945/46 mit dem japanischen Angriff auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor befasste. Seitenlange Zitate aus Dokumenten und Zeugenaussagen der Kongressuntersuchung machen deutlich, dass es sich um Tatsachenfeststellungen der höchsten politischen Institution der Vereinigten Staaten handelt. 95 Prozent aller Anmerkungen beziehen sich auf Material des Joint Committee on the Investigation of the Pearl Harbor Attack, wie der Kongressausschuss hiess. Die Untersuchungsergebnisse waren derart skandalös, dass es zwei verschiedene Abschlussberichte gibt, die zusammen der Öffentlichkeit vorgestellt und vom US Government Printing Office in einem Band gedruckt wurden.

Im Report werden Präsident Roosevelt, die Minister für Krieg und Marine sowie die Stabschefs von Army und Navy für die Katastrophe verantwortlich gemacht (S. 351f im Buch). Grösstes Aufsehen erregte damals die Tatsache, dass die amerikanische Funkaufklärung 1941 in der Lage gewesen war, die japanischen Funktelegramme zu dechiffrieren und mitzulesen, so dass die amerikanische Führung über die japanischen Absichten verhältnismässig gut unterrichtet war.

Ein aufmerksames Studium des vom Joint Committee veröffentlichten Materials liess kaum eine andere Schlussfolgerung zu, als dass die wahren Kriegstreiber nicht in Tokio sondern in Washington gesessen hatten. Es war offensichtlich, dass Präsident Roosevelt die USA in den Krieg gegen Deutschland führen wollte, und da er damit auf den erbitterten Widerstand der Bevölkerungsmehrheit und des Kongresses stiess, wählte er den Umweg eines Krieges mit Japan.

Japan war von Nahrungsmittel und Rohstoffimporten abhängig, und durch wirtschaftliche Boykottmassnahmen der USA konnte es gezwungen werden, sich die rohstoffreichen Gebiete Südostasiens mit militärischer Gewalt zu sichern. Aufgrund der geheimen Bündnisse Roosevelts mit Grossbritannien und der niederländischen Exilregierung in London musste ein militärisches Vorgehen Japans gegen britischen und niederländischen Kolonialbesitz zum Krieg gegen die Vereinigten Staaten führen. In den ersten Dezembertagen 1941 wusste die amerikanische Regierung dank ihrer Funkaufklärung genau, dass der Ausbruch eines Krieges mit Japan nur noch eine Frage von Tagen, wenn nicht Stunden war. Sie unternahm aber nichts, um die Pazifikflotte in Pearl Harbor zu warnen.

Da Morgensterns Buch auf Kongressunterlagen aufbaute und seine Schlussfolgerungen zwingend waren, konnte es niemals ernsthaft widerlegt werden. Deshalb verlegte sich die Systempresse auf die Taktiken des Totschweigens und Verleumdens. Bei den revisionistischen Historikern Amerikas, die mit dem America First Movement sympathisiert hatten, löste Morgensterns Buch eine ganze Welle von Publikationen aus. Morgensterns Pearl Harbor ist somit eines der wichtigsten Bücher der revisionistischen Geschichtsschreibung Amerikas. Der zeitgeschichtlich interessierte Mitteleuropäer muss sich nach der Lektüre dieses Buches ernsthaft fragen, was die etablierten Historiker in den letzten 50 Jahren eigentlich getan haben. Für einen unvoreingenommenen Leser stellt dieses Buch die Glaubwürdigkeit der offiziellen Zeitgeschichtsschreibung grundsätzlich in Frage.

Berthold Seewald, der Walter Post fälschlich als US-Historiker vorstellt, verriss Posts jüngstes Buch in der Welt des Buches in der Ausgabe vom 2.5.1998 (Wenn alte Bomben neue Mythen werden). Er bezeichnet Posts Buch als widerlich, weil als rechtsextremistisch einzustufende Propaganda. Seewald fälscht und lügt in seiner Rezension, um einen kritischen Historiker mit der Faschismuskeule bzw. Auschwitzkeule fertig zu machen. Es bewahrheitet sich also einmal mehr, dass die Revisionisten mit ihren Thesen über zeitgeschichtliche Fragen recht haben müssen, denn nur die Unwahrheit braucht den Schutz durch Lüge und Verleumdung.

(Quelle: VffG, Heft 3/98, als Probeheft DM 10,. Bezug: Castle Hill Publisher, PO Box 118, GB-Hastings TN34 3ZQ, Grossbritannien.)