Bauernvernichtung

Aus dem EU-Staat Österreich: Die Agenda 2000 kommt – wenn auch mit kleinen Abänderungen und trotz des Rücktritts der gesamten EU-Kommission.

Damit unterwirft sich Brüssel dem Diktat der WTO und akzeptiert die Auflagen des GATT.

Auf der Strecke bleiben die Bauern, denen von ihren eigenen Interessenverbänden noch heute die „positiven Teile“ der Agenda als „Erfolg“ verkauft werden. Auf der Strecke bleibt aber auch die Möglichkeit der EU-Staaten, sich selbst zu versorgen. Die Abhängigkeit von den alles bestimmenden Nahrungsmittelmultis wird immer eklatanter. Diese bestimmen künftig alles – von der Produktion bis zum Angebot im Regal. Daher muss auch der „ab-Hof-Verkauf“ der Bauern mit immer neuen und unsinnigen Auflagen eingeschränkt werden. Nur so können die Multis die noch offene Versorgungsschiene des Konsumenten und den Zugang zu naturbelassenen gesunden Lebensmitteln abdrehen. [Hors-Sol-Gemüse wie Tomaten oder gelbe und rote Peperoni, die früher einen kräftigen Eigengeschmack hatten, schmecken oft wie Gras. Sind wir dümmer als unsere Rindviecher, die die schlechten Kräuter stehen lassen?] Und wir alle, nicht nur die Bauern, lassen uns das gefallen, schauen wie gelähmt auf die Politiker, die längst von einer Schattenregierung diktiert die Zukunft der Menschen in die industriell kontrollierte Sklavengesellschaft zulassen.

Aufgrund eines bilateralen Vertragsabkommens importiert die EU aus Osteuropa jährlich 500’000 Rinder. Da aber am Rindermarkt derzeit ein enormer Überschuss herrscht, sieht die Agenda 2000 eine Preissenkung bei Rindfleisch von 30% vor. Dazu ein Vergleich der Produzentenpreise mit der Schweiz (Österreichische Preise in Klammern): Pro Kilo werden bezahlt: Schweinefleisch Fr. 3,90 (Fr. 1,30). Ferkel Fr. 6,90 (Fr. 1,60). Rindfleisch (Stiere) Fr. 7,80 (Fr. 4,50). [Warum wird die Schweiz beharrlich in die EU gesteuert?]

Das Einkommen der Bauern in Österreich ist seit dem EU-Beitritt drastisch gesunken: Vergleichsweise muss ein Bauer für den Preis einer Handwerkerstunde 120 Liter Milch aufwenden. Kurz vor dem EU-Beitritt noch 50 Liter; oder heute 300 Kilo Getreide, 1987 noch 100 Kilo. Wenn am 13. Mai 1999 das Importverbot der EU für Hormonfleisch aus den USA fällt, falls die EU bis dahin eine Gesundheitsgefährdung durch Hormonfleisch nicht nachweisen kann, fallen in den EU-Ländern die Produzentenpreise weiter nach unten.

Bereits seit Jahren gibt es ein Papier in Brüssel, wonach in der EU etwa 80% der Bauern dazu gebracht werden müssen, ihre Höfe nicht mehr zu bewirtschaften, um am Erzeugermarkt Grossagrarzentren Platz zu machen. Die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln sichert dann gleich den Absatz von Pharmazeutika der Grosskonzerne, deren Anwendung bei der Massentierhaltung notwendig ist.

Wegen der Globalisierung und der dadurch ausgelösten tiefen Weltmarktpreise konkurrieren EG-Bauern mit Grossfarmern in Südamerika, wo in 2 Jahren 5mal geerntet werden kann.

In Polen investieren US-amerikanische Grossinvestoren 320 Millionen Franken in drei Schweinemastberiebe. Diese sollen dann europaweit die Marktführerschaft übernehmen. Dazu erklärte der polnische Landwirtschaftsminister auf einer Pressekonferenz in Berlin, dass dann eben auch in Polen etwa eine Million Bauern aufhören müssten. Unter dem Druck des Grosskapitals der Globalisierer gehen auch die Farmer in Nordamerika reihenweise zugrunde. Ähnlich wie die EU-Kommission die Agenda 2000, hat die US-Regierung vor zwei Jahren eine neues Agrarkonzept gesetzlich verankert. Darauf verloren die US-Farmer 1998 bis zu 40% ihres Einkommens. Gleich zweimal musste die US-Regierung das Agrar-Budget aufstocken, um durch Finanzhilfen an die Farmer das Schlimmste zu verhindern, was der US-Landwirtschaftsminister Dan Glickman bei einer Tagung in Berlin bestätigte. (Quelle: inter-info 244).