Muss sich die Schweiz „öffnen“?

(Insider 12/99, Pretoria) „Eines der Schlagworte der globalen Planer in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ist die Bezeichnung „Freier Handel“. Überall auf der Welt werden Nationen dazu gebracht, Handelsvereinbarungen mit Ländern oder regionalen Blöcken einzugehen, die den Ländern freien Zugang zum Verkauf ihrer Güter in anderen Ländern geben sollen. Dabei müssen alle bestehenden Schutzzölle, die die einheimische Industrie bisher vor Billigimporten schützen, aufgegeben werden. Das Resultat in den meisten Fällen ist die Zerstörung der einheimischen Industrie, die Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer und ein kontinuierliches Anwachsen der Arbeitslosigkeit.

Der Begriff „freier Handel“ ist ein Widerspruch in sich selbst. Er ist in Wahrheit unmöglich und ist nichts als eine Phrase, die gut klingen soll. Es ist eine Lüge, die den alleinigen Zweck verfolgt, den Handel aller Nationen auf eine globale Ebene zu verlagern und ihn zu monopolisieren. Am Ende dieser Entwicklung wird der gesamte Welthandel in der Hand weniger Megakonzerne sein, die den Weltmarkt beherrschen und mächtiger als die Regierungen sein werden.

Um den globalen Handel frei ausüben zu können, ist es notwendig, dass die miteinander handeltreibenden Länder sich „auf einer Ebene“ befinden. Dies ist anfangs jedoch kaum jemals der Fall. So befindet sich Mexiko im NAFTA-Pakt mit den Vereinigten Staaten (und Kanada) genau so wenig auf einer Ebene wie Deutschland in der EU mit Portugal. Am Beispiel der USA sehen wir, was der NAFTA-Pakt den Amerikanern gebracht hat. Vier Millionen Arbeitsplätze in der Produktion sind in den letzten 10 Jahren nach Mexiko verlagert worden. Neue Arbeitsplätze gibt es fast nur noch in der Dienstleistungsbranche zu niedrigen Löhnen. Das Durchschnittseinkommen der Mittelklasse ist kontinuierlich gesunken. In fast allen US-amerikanischen Familien müssen Mann und Frau arbeiten, um den Lebensstandard einigermassen halten zu können. Dies bedeutet, dass der Handelspakt der US-Amerikaner (und Kanadier) mit Mexiko genau das erreicht, was die globalen Planer der Neuen Weltordnung beabsichtigen: die Absenkung des amerikanischen Lebensstandards und die Anhebung des mexikanischen. Genau die gleiche Entwicklung findet heute in Europa statt, wo die produktiveren nördlichen Länder auf den Lebensstandard der unproduktiveren südlichen Länder herabgezogen werden, wobei das Niveau der letztgenannten leicht steigen wird. Die steigenden Arbeitslosenzahlen in den nördlichen Ländern sind eine klare Konsequenz dieser Entwicklung. Experten in den USA und Kanada haben errechnet, dass das Pro-Kopf-Einkommen der nordamerikanischen Bevölkerung um 38 Prozent gesenkt werden muss, um mit Mexiko auf eine Ebene zu kommen.

Alle Nationen, die sich dem Welthandelsabkommen (WTO) angeschlossen haben, müssen sich den internationalen Anweisungen dieser Organisation fügen, wobei nationale Belange und verfassungsrechtliche Statuten von dem WTO-Abkommen ausser Kraft gesetzt werden.

Das Ziel der internationalen Planer ist die „Angleichung“ der Nationen und die Kontrolle des Welthandels in den Händen weniger Megakonzerne. Es ist eine der Voraussetzungen für die Bildung einer Weltregierung, die von einer immens reichen Finanzelite beherrscht wird. Die so schön klingenden Bezeichnungen wie „freier Welthandel“ oder „Weltfrieden“ verfolgen lediglich ein Ziel: die Beherrschung der Welt durch die Hochfinanz und die Ausbeutung der gesamten Menschheit.“

In Kenntnis des Sachverhaltes kann unsere im Titel gestellte Frage – sie wurde absichtlich dem Vocabulaire der EU-Beitrittsfanatiker angepasst und ist unsinnig – wie folgt beantwortet werden: Die Schweiz ist schon heute eines der weltoffensten Länder. Wir stehen mit der Anzahl von Asylanten und Ausländern sowie mit den Import-/Exportzahlen im weltweiten Vergleich in Spitzenpositionen. Die Schweiz wird solange unabhängig bleiben, wie es gelingt, uns aus den internationalen Organisationen herauszuhalten. Verführungskünstler hatten uns zum WTO-Beitritt überredet. Jede weitere Einbindung unseres Landes, z.B. in die UNO, NATO oder EU wäre Gift für die schweizerische Unabhängigkeit.