Bernhard Schaub: Schweizer Buchautor für heute und morgen

Die Eidgenossenschaft, das Reich und Europa

Hans Herzog: zum Erscheinen der Schrift von Bernhard Schaub «Reich Europa»

Verfälschender Geschichtsunterricht und Gehirnwäsche durch die Medien sind dafür verantwortlich, dass auch und gerade der nationalgesinnte Schweizer heute glaubt, die Begriffe Eidgenossenschaft, Reich und Europa meilenweit auseinanderrücken zu müssen. Wer die Schweiz gegen Multikulti verteidigt, ist in der Regel der Europa-Idee gegenüber sehr misstrauisch. Mit gutem Recht natürlich! Denn Brüssel vertritt ja weniger die wahren Interessen der europäischen Nationen, als dass es ganz Europa zu einer Bananenrepublik der Achse Washington-Jerusalem erniedrigt. Dass aber der altehrwürdige Begriff «Europa» heute beinahe ausschliesslich mit der EU gleichgesetzt wird, ist nur ein geglückter Kniff der offiziellen Politik und der Medien. Der Kniff besteht darin, einen Begriff so für sich selbst zu besetzen, dass man eine Polarisierung erreicht und den Gegner zwingt, zur Kennzeichnung seiner Position den Gegenbegriff zu benutzen. Wer also das Maastrichter Europa ablehnt, glaubt zwangsläufig den Nationalstaat alter Schule auf die Fahne schreiben zu müssen.

Dabei hätten gerade die Schweizer allen Grund, laut und deutlich zu sagen: Wir mit unserem Viervölkerstaat sind schon viel länger und erst noch viel echtere Europäer als die Paneuropa-Kreaturen in Brüssel. Man muss sich nur noch einmal den Gründer der Paneuropa-Union, den halbasiatischen Mischling Coudenhove-Kalergi mit seinen Visionen von einer «eurasisch-negroiden Mischrasse», geführt von den Auserwählten, vor Augen zu halten, um zu sehen, in welchen Abgrund Europa seit 1918 und erst recht seit 1945 geführt wird.

Die Eidgenossenschaft wäre der echte Gegenentwurf zu diesem bürokratisch-zentralistischen Europa-Gespenst namens EU. Die Schweiz hat gar keinen Grund, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Sie könnte vortreten und sagen: Jawohl, Europa muss zusammenrücken. Gegen aussen wollen wir zukünftig mit einer Stimme sprechen und uns notfalls auch gemeinsam verteidigen können, um die leidige und letztlich tödliche Amerikanisierung, Asiatisierung und Afrikanisierung unserer Kultur und Bevölkerung rückgängig zu machen. Alle europäischen Nationen haben nämlich in dieser Hinsicht die genau gleichen Lebens- und Überlebensinteressen. Gegen innen aber wollen wir die grösste Freiheit für jedes Volk. Und dafür kann der alteidgenössische Gedanke das Vorbild sein.

Wie steht es nun aber mit dem Begriff des Reichs? Dieses Wort löst beim Durchschnittsschweizer heute noch ängstliches Kopfschütteln aus. Dabei vergisst er, dass die alten Eidgenossen ihren Bund auf dem Rütli nicht gegen das Reich, sondern gegen den modernistischen habsburgischen Territorialstaat geschlossen haben. Die Eidgenossen waren ausgesprochen reichs- und kaisertreu. Sie verdankten die Bestätigung ihrer alten Freiheiten nämlich den Hohenstaufenkaisern des 13. Jahrhunderts. Auch in der späteren Geschichte waren die Schweizer immer dann auf der Seite des Kaisers zu finden, wenn dieser kein Habsburger war. Der Kampf gegen das Reich wurde ihnen erst vom Habsburger Kaiser Maximilian im Schwabenkrieg von 1499 aufgedrängt. Erst 1648 aber schied die Eidgenossenschaft staatsrechtlich aus dem Reich aus, einem Reich, das durch den Dreissigjährigen Krieg soeben aufs Grässlichste ausgeblutet und ausgeplündert worden war.

Das Reich war ein Schatten seiner selbst geworden. In der hohen Zeit des Mittelalters aber, vor der Gründung der Eidgenossenschaft, hatte das Reich den ihm zugehörigen Völkern Frieden und Sicherheit garantiert. Die Eidgenossenschaft nun war ein Notbund zur Wahrung altüberkommener Freiheiten, nachdem der Reichsgedanke von den Habsburgern verfälscht worden war. Deswegen sagte auch der Schweizer Historiker Roman Boos einmal etwas zugespitzt: Eigentlich ist nicht die Schweiz aus dem Reich, sondern das Reich aus der Schweiz ausgetreten. Und deswegen versteht man auch den grossen Patrioten Gottfried Keller, der von der Möglichkeit sprach, dass einmal «auch wir Schweizer wieder zu Kaiser und Reich zurückkehren könnten … Vielleicht käme eine Zeit, wo dieses deutsche Reich auch Staatsformen ertrüge, welche den Schweizern notwendig seien, und dann sei eine Rückkehr der letzteren wohl denkbar.» In diesem Zusammenhang dürfen wir auch nie vergessen, dass das Schweizer Nationalgefühl es keineswegs ausgeschlossen hat, dass weiteste Kreise in der Deutschschweiz während des Ersten Weltkrieges mit dem Deutschen Reiche sympathisierten. Nur ein Symptom dafür war, dass unser General Wille sich mit einer Gräfin Bismarck verheiratet hatte.

Erst die Niederlage Deutschlands und die einsetzende zionistisch-freimaurerische Propaganda entfremdeten den Schweizer seinen Brüdern jenseits des Rheins und sorgten dafür, dass noch heute mancher biedere Schweizer gewissermassen mit dem Karabiner hinter dem Geranienstock am Fenster steht und über den Rhein zielt, um nach Möglichkeit einen Sauschwaben zu schiessen. Diese selbstzufriedene Haltung, diese Laufburschenmentalität gegenüber Amerikanern und Zionisten hat uns aber gar nichts genützt. Wir sehen, dass wir trotzdem den Erpressungen der Ostküste schutzlos ausgeliefert sind und dass die Herren vom Jüdischen Weltkongress uns ganz einfach als auszuplündernde Besiegte behandeln.

Der bekannte Schweizer Autor Bernhard Schaub («Adler und Rose», 1992, «Das Feuer der Freiheit», 1992) hat in seinen früheren Veröffentlichungen schon versucht zu zeigen, dass die Idee der Eidgenossenschaft, die Reichsidee und der Europa-Gedanke einander nicht ausschliessen, sondern ergänzen. Vom Leser wird allerdings die nüchterne Fähigkeit verlangt, einzusehen, dass ein vollständiger Alleingang einer europäischen Nation – auch der schweizerischen – nicht möglich ist. Unser Land hat nur drei Möglichkeiten: Entweder schliesst es sich der Brüsseler EU an. Oder es wirft sich ehrloser- und unklugerweise den Amerikanern vollends zu Füssen. Oder es macht sich zum Wortführer eines echten Europa, in dem die Tugenden der Eidgenossenschaft mit den alten Reichstugenden zu einer Europäischen Eidgenossenschaft, zu einem Reich Europa verschmelzen.

In seiner 1998 herausgekommenen Schrift mit eben dem provozierenden Titel «Reich Europa»* beschreibt Schaub vorwiegend die geistig-kulturellen, aber auch die politisch-gesellschaftlichen Voraussetzungen abendländischen Menschentums. Die Überschriften der zwölf Kurzkapitel vermitteln einen guten Eindruck des Inhalts: Der Mensch – Das Volk – Die Sprache – Die Religion – Die Kunst – Die Wissenschaft – Mann und Frau – Kind und Erziehung – Die Gesellschaft – Der Staat – Geld und Wirtschaft – Das Reich.

Die Schrift eignet sich nicht nur für politisch Aktive, sondern ebensogut für geistig-kulturell Interessierte – und als Grundlage für die weltanschauliche Schulung junger Menschen.


Fussnote

* Bernhard Schaub, «Reich Europa», 1998, 48 S., SFr. 10.–, GSBN 3-934291-04-X, Verlag Zeitenwende, Postfach 170753, D–01242 Dresden, oder im Buchhandel. (Mengen-Rabatte 20 – 40 % ab 10 bzw. 101 Exemplaren.) Derslb., «Adler und Rose», Neuauflage 1999, SFr. 19.–, im selben Verlag.