Die AUNS existiert eigentlich nicht mehr

Was wir vor geraumer Zeit vage ausgesprochen haben, scheint sich zu bestätigen. Die von Nationalrat Dr. Christoph Blocher beherrschte AUNS dient als Sammelbecken für mit der Bundespolitik unzufriedene Bürger. Im Glauben, die AUNS würde ihre Interessen wahrnehmen, verhalten sie sich ruhig und bleiben untätig. Damit bleibt die Opposition für die Classe politique berechenbar, nach dem Lehrsatz von Macchiavelli, dass die politische Führung eines Staates ihre eigene Opposition führen muss. Ist die AUNS also eine Scheinorganisation, die andere Ziele hat als sie vorgibt? Beweisen lässt sich nichts, doch der Verdacht bleibt.

Blochers öffentliches Ja zum Antirassismusgesetz, das uns seither den Angriffen zionistischer Kreise ausliefert und wehrlos gemacht hat, der fehlende Kampf der AUNS gegen die neue Bundesverfassung und gegen die bilateralen Verträge (obwohl Jahre zum voraus und mehrfach von Blocher angekündigt) sowie das ungenügende und späte öffentliche Engagement der AUNS gegen den politischen UNO-Beitritt der Schweiz bestätigen unsere Vermutungen. Nach dem EWR-Nein erklärte Herr Blocher «Ich habe mit der Propaganda ein Jahr vorher angefangen, als alle andern noch schliefen!». Die ersten «AUNS»-Inserate gegen den UNO-Beitritt kamen nicht vor dem 1. Jänner, als die Ja-Sager schon seit zwei Monaten zweifarbig inserierten. Wo blieb das EWR-Erfolgsrezept? Das sonderbare Verhalten lieferte wiederholt Anlass zu Diskussionen und vertiefte unsere Zweifel.

Christoph Blochers unverhüllte Forderung nach dem Ausverkauf unserer Heimat räumt jetzt alle Zweifel aus (siehe in dieser Ausgabe «Christoph Blochers neue Kleider»). Wer vorgibt die Unabhängigkeit unseres Landes zu schützen, will keine staatlichen oder kantonalen Betriebe privatisieren. Die Privatisierung spielt dem internationalen Monopolkapital die Möglichkeit in die Hände, in den Besitz des von den Bürgern mühsam erarbeiteten Kapitals zu kommen. Die sogenannten «unrentablen» Geschäftszweige werden stillgelegt, an Dritte verkauft oder müssen vom Bund subventioniert werden. Nur die rentablen Teile werden zurückbehalten, um alsdann an der Börse mit grossem Gewinn verkauft zu werden. Wer die Privatisierung der Staatsbetriebe fordert, schadet der Heimat.

Die AUNS, einst als Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz ins Leben gerufen, ist nur noch eine leere Hülle wie ein wertloser Aktienmantel. Seit dem 3. März 2002 ist die Schweiz nicht mehr unabhängig und sie ist auch nicht mehr neutral. Gemäss der neuen Bundesverfassung stehen die mit dem UNO-Beitritt eingegangenen Verpflichtungen und die Verfügungen des UNO-Sicherheitsrates über der Schweizerischen Bundesverfassung. Die AUNS hat jetzt nur noch die Möglichkeit, entweder ihren Namen zu ändern oder sich aufzulösen.