Wenn die AUNS ein Fussballclub wäre

Der SonntagsBlick berichtete am 7.11.99 auf Seite 33: «AUNS-Aufstand gegen Präsident Christoph Blocher: Gegner der bilateralen Verträge mit der EU forderten eine ausserordentliche Mitgliederversammlung – und blitzten ab. […] Christoph Blocher sagt Ja zu den bilateralen Verträgen mit der EU.» Die AUNS verzichtet auf das Referendum. «Doch der Schein trügt. In der Basis gären Enttäuschung und Wut. Enttäuschung, weil viele von Blocher ein Referendum erwartet hatten. Wut, weil er die 35’000 Mitglieder beim Entscheid überging – trotz Versprechungen. […].» Mehr als 2 ½ Jahre später und nach Misserfolgen am laufenden Band hat die AUNS heute 6’000 Mitglieder mehr als Ende 1999. Ob diesen Patrioten wohl bald ein Licht aufgeht?

Wer bisher den inflationären Zustand dieses Vereins übersehen hat und sich immer noch Hoffnung macht, dass Herr Blocher mit seiner Prätorianergarde dann doch ganz bestimmt im richtigen Moment die Schweiz noch retten würde, wie einst Stauffacher («sorgt für meine Frau und Kind»), braucht sich bloss einmal vorzustellen, die AUNS sei ein Fussballclub.

Einem Fussballclub, der seinen Titel verliert, jubelt niemand mehr zu. Ganz Frankreich liegt nach dem Abgang seiner Nationalelf nach null Toren an der WM 2002 wie zerschmettert am Boden. Was hat das mit der AUNS zu tun? Das ist schnell erklärt, wenn wir uns ihren Lebenslauf betrachten.

l

1986: Dank der neu gegründeten AUNS wird der UNO-Beitritt mit 75,7 % wuchtig abgelehnt.

l

1992: Blocher und seine Anhängerschaft um die AUNS haben bei der Volksabstimmung am 6.12. den Sieg des EWR-Nein errungen. Die AUNS steht an schweizerischer Spitzenposition. Jubel herrscht!

l

1993: Referendum gegen das Rassismusgesetz. AUNS im Ausstand, fällt auf Platz 2 zurück;

l

1994: Volksabstimmung zum Rassismusgesetz. Blocher erklärt öffentlich sein Ja! AUNS fällt auf Platz 3 zurück;

l

1999: Volksabstimmung zur neuen Bundesverfassung. AUNS im Ausstand, fällt auf Platz 4 zurück;

l

1999: Referendum gegen die bilateralen Verträge. AUNS entgegen Blochers Zusage im Ausstand, fällt auf Platz 5 zurück;

l

2000: Volksabstimmung zu den bilateralen Verträgen. AUNS im Ausstand, fällt auf Platz 6 zurück;

l

2001: Volksabstimmung zur Militärgesetzänderung. AUNS verliert, fällt auf Platz 7 zurück;

l

2002: Volksabstimmung zum UNO-Beitritt der Schweiz. AUNS verliert, fällt auf Platz 8 zurück.

Sieben Fiasko in Folge.

Die Zuschauertribünen bleiben leer.

Aller Jubel ist verstummt.

Und bei Ihnen?