Detail der Geschichte

Wie die Basler-Zeitung am 2. Mai berichtete, habe der Bieler Polizeidirektor Jürg Scherrer (FPS) in einem Radiointerview die deutschen Gaskammern als ein «Detail der Geschichte» bezeichnet. Ungeheuerlich! Wo kämen wir da hin, wenn sich nicht nur jüdische Autoren wie Norman Finkelstein (Die Holocaust-Industrie) oder pseudojüdische wie Wilkomirski alias Doessekker (Bruchstücke aus einer Kindheit 1939–1948), sondern auch noch Schweizer zum Holocaust äussern? Das Erinnerungsdurcheinander wäre perfekt! In Biel hätten, so die NZZ vom 25./26. Mai, mehrere hundert Personen für ein weltoffenes Biel und gegen die Bagatellisierung des Holocaust demonstriert. Der Bieler Stadtrat habe sogar seine Sitzung zugunsten der Kundgebung unterbrochen. Der Bieler Staatsanwalt Patrick André Robert-Nicoud muss jetzt prüfen, ob die Aussage in dem Interview gegen das Antirassismusgesetz verstösst. Verstösst es? Die Antwort lautet «ja», falls es der Systempresse und den jüdischen Organisationen wie SOS-Rassimus und LICRA gelingt, den Mob auf die Strasse zu treiben. Bei Le Pens Kandidatur in Frankreich war die synchronisierte Hetze jedenfalls ausschlaggebend für Ciracs Sieg. Und Pim Fortuyn, der holländische Le Pen ist tot, einfach so! Keine leichte Aufgabe für Robert-Nicoud, wenn er Staatsanwalt bleiben will. Zuverlässig wäre das folgende Verfahren und niemand könnte ihm einen Vorwurf machen: Als erstes hätte er die drei bekanntesten Werke über den Zweiten Weltkrieg zu lesen. Bei diesen handelt es sich um

l Crusade in Europe (Kreuzzug in Europa) von General Eisenhower,

l Mémoires de guerre (Kriegserinnerungen) von General de Gaulle, und

l The Second World War (Der Zweite Weltkrieg) von Winston Churchill.

Crusade in Europe (New York, Doubleday [Country Life Press], 1948), umfasst 559 Seiten; die Mémoires de guerre (Paris, Plou, 3 Bände, 1954–1959) 2’054 Seiten und The Second World War (London, Cassel, 6 Bände, 1948–1954) umfasst 4’448 Seiten. Das sind insgesamt 10 Buchbände mit zusammen 7’061 Seiten, veröffentlicht von 1948–1959:

Man findet darin keinerlei Erwähnung der «Gaskammern» der Nazis, noch des «Völkermordes» an den Juden, noch der «sechs Millionen» jüdischer Opfer des Zweiten Weltkrieges. Robert-Nicoud wird demzufolge den Prozentanteil der null Seiten, auf denen das gesuchte «Detail der Geschichte» nicht zu finden ist, von der Gesamtmenge von 7’061 Seiten zu berechnen haben. Im zweiten Schritt gilt es sodann zu prüfen, ob das gefundene Ergebnis grösser, gleich oder kleiner als ein «Detail» ist.

Weniger zeitaufwendig wäre allerdings, wenn Herr Robert-Nicoud Artikel 261bis StGB etwas genauer lesen würde als andere Untersuchungsrichter dies vor ihm getan haben. Wie in den oben erwähnten Werken, findet sich nämlich auch in diesem Strafartikel kein Wort über «Gaskammern». Gemäss Artikel 1 StPO (keine Strafe ohne Gesetz) sowie Artikel 7 EMRK ist somit vollkommen klar, dass eine Prüfung schon nach kurzer Zeit zu einem negativen Ergebnis führt: Polizeidirektor Scherrers Äusserung verstösst nicht gegen das Antirassismusgesetz.

Den mutwilligen Anzeigeerstattern sollte neben den Kosten des Verfahrens auch eine Busse auferlegt werden. Des weiteren muss das Antirassismusgesetz (Art. 261bis StGB) ersatzlos gestrichen werden, um seine stets missbräuchliche Anwendung aus der Welt zu schaffen.