«Churchills Friedensfalle»

Das Geheimnis des Hess-Fluges 1941

Der bekannte britische Historiker Martin Allen bringt Licht in jene dunklen Ereignisse, warum der zweite Mann der NS-Hierarchie sich am 10. Mai 1941 in seine Maschine setzte, um seine Vision durchzusetzen – die Vision eines europäischen Friedens.

Aus mehr als 15’000 [darunter vielen, bisher unbekannten] Dokumenten hat Allen in diesem Buch die Mosaiksteine zu einem neuen Geschichtsband zusammengesetzt, das einmal die deutschen Friedensvorschläge enthüllt, zum anderen aber die beharrliche britische Weigerung mit der Reichsregierung ins Gespräch zu kommen.

[Hitler:] «Alle meine Versuche, gerade mit England zu einer Verständigung, ja zu einer dauernden und freundlichen Zusammenarbeit zu kommen, scheiterten damit an dem Wunsch und Willen einer kleinen Clique, die – sei es aus Hass oder aus materiellen Gesichtspunkten – jeden deutschen Vorschlag einer Verständigung mit dem nicht verhehlten Entschluss abtaten, den Krieg unter allen Umständen zu wollen.»

Am 14. Nov. 1940 unterbreitete der päpstliche Nuntius dem britischen Botschafter in Spanien, im Auftrage des Reichs, in absoluter Vertraulichkeit Hitlers umfangreiche Friedensangebote. [Der Nuntius schliesst mit folgenden Worten]: «Hitlers Wunsch nach Frieden sei auf dem Prinzip gegründet, dass dieser für keine der Verhandlungsparteien das Stigma von Sieger oder Besiegtem wünsche. Wenn eine gütliche Friedensübereinkunft erzielt werden könne, solle diese durch ein Plebiszit in allen von dieser Übereinkunft betroffenen Staaten bekräftigt werden.»

Die Natur dessen, was hier angeboten wurde… liess der SO1 [brit. Einheit für psychologische Kriegsführung] förmlich die Luft ausgehen… Dieses regelrechte Füllhorn… war ja erst Hitlers Eröffnungszug… Von Churchills Standpunkt aus konnte es nichts Gefährlicheres geben… Solch ein Strauss aber an Zugeständnissen war eine bemerkenswerte Entwicklung, die das Potential in sich barg, die britischen Kriegsanstrengungen zu erschüttern, wenn sie bekannt werden würden. Das durfte unter keinen Umständen geschehen.


Anmerkung

Bezug: Druffel Verlag, Stegen/Ammersee, 2003