Post für alle

In der Auseinandersetzung um die «Post für alle» erklärt niemand, warum die jahrzehntelang zu aller Zufriedenheit funktionierende Post mutwillig zerstört wurde. Ganz klar, dass die Mehrheit des Volkes am bewährten Postsystem festhalten will. Die Qualität der Brief- und Paketpostzustellung ist schon merkbar schlechter geworden – was die Post bestreitet. Jedoch kennt Unmutäusserungen sogar von Abteilungschefs der Postverwaltung! Die Post hat in den letzten Jahren rund 1’000 Poststellen geschlossen. Das ist für Menschen in Randregionen, besonders für Eltern mit Kindern und für Behinderte inakzeptabel. In städtischen Gebieten müssen Kunden ganzer Quartiere auf Postämter ausweichen, wo es kaum Parkplätze gibt, um schnell das Postfach zu leeren. Oder die Fahrt zum Ersatzpostamt führt zu Mehrverkehr und Staus an Verkehrsampeln. Ein Ja zur «Post für alle» hilft diesen ökologischen und ökonomischen Unsinn vermeiden. Der elektronische Brief- und Zahlungsverkehr ist für die Mehrheit kein Ersatz für das Postamt. Die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zum «Internet». Bei den älteren Leuten und jenen mit tieferem Einkommen und fehlender PC-Ausbildung sind es noch weniger. Beim E-Banking ist die Post nicht einmal in der Lage, dem Geldempfänger in jedem Fall die Adresse des Einzahlers zu nennen (laut Brief der Postfinance). Die Liberalisierung gefährdet die Grundversorgung, denn private Anbieter können jederzeit aufgeben, wenn der Gewinn zu klein ist. Ein Ja zur «Post für alle» sichert die Grundversorgung für die Zukunft.