Schweiz für Touristen immer unattraktiver

(AK) In den schönsten Landesgegenden entstehen immer mehr Ruinendörfer, die für den Tourismus jeden Reiz verlieren. Gewisse politische Entscheide sind für den Bürger oft total unverständlich:

  1. Die Schweizerische Post schliesst landesweit Postbüros und stellt qualifiziertes Personal auf die Strasse. Dabei macht sie ein paar hundert Millionen Gewinn, muss jedoch angeblich weiter sparen.

  2. Die SBB schliesst Bahnhöfe und vergisst, dass die Schweiz auch aus bewohnten Dörfern besteht.

  3. Die Regierung beschliesst, der Tourismuswerbung ein paar hundert Millionen Franken zu schenken. Dabei weiss jedermann, dass die beste Touristenwerbung in guten Dienstleistungen für Gäste besteht.

Dabei stellen sich die folgenden Fragen:

  1. Was denkt wohl der Tourist, wenn es in seinem Lieblingsferienort keinen Bahnhof mehr gibt und er keine Poststelle mehr findet?

  2. Will sich der Tourist verpflegen, geht er in ein kleines Restaurant, oder hält an einer Tankstelle. Dort trifft er manchmal kaum jemand, der eine unserer Landessprachen spricht. Leute mit einer Ausbildung im Gastgewerbe werden immer seltener. Unbediente Tankstellen nehmen zu. Nur die Kasse bleibt!

  3. Wünscht der Tourist eine Auskunft, weiss niemand Bescheid, weil «bin nicht von hier» die häufigste Antwort ist. Telefonieren in einer Kabine kann er auch nicht mehr, weil er nur Bargeld, aber keine Telefonkarte hat und eine solche nach Ladenschluss nirgends mehr erhält. Findet er doch noch eine, bleibt sie für ihn nach der Abreise wertlos.

Das viele Geld für Touristenwerbung wird womöglich mit den besten Absichten investiert. Aber dann sollten die Gäste im Inland ein Minimum an Dienstleistungen erhalten, wie sie vor ein paar Jahren noch selbstverständlich waren. Der gewöhnliche Bürger fragt sich vielleicht, ob nicht am falschen Ort gespart wird. Der letzte Dorfladen ist verschwunden. Die letzte Beiz gibt auf. Die Poststelle ist weg. Der Bahnhof ist eine Lagerhalle geworden. Die Tankstelle ist ausser Betrieb. Ist das noch ein touristenfreundliches Land?

Bei der Abstimmung vom 26. September hätte das Volk die Gelegenheit gehabt, dem Poststellentod Einhalt zu gebieten.

Was muss noch passieren, bis wir die Zerstörung alles bisher Bewährten aufhalten?