«Schweizer Neutralität ein Verbrechen»!

Israel Singer, Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses (JWC), nannte die Neutralität der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges ebenso ein Verbrechen wie die Täterschaft Österreichs und die Kollaboration in Frankreich (Basler Zeitung 26.1.05). Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten vermied es, die Vorwürfe scharf zu verurteilen und für die Entgleisung Singers eine Entschuldigung zu verlangen.

Singers Attacke weisen wir namens der Eidgenossen, welche die freche Beschimpfung nicht auf sich sitzen lassen wollen, zurück. Singer sei daran erinnert, dass die Schweizer Neutralität während des Zweiten Weltkrieges 5 ½ Jahre dauerte. Die Verbrechen gegen die palästinensische Bevölkerung dauern jedoch seit 60 Jahren unvermindert an und die Millionen Opfer jeder Art sind kaum noch zu zählen. Verzweifelte, die keinen anderen Ausweg wissen, als sich im Widerstand gegen Landraub und Terror lebendig in die Luft zu sprengen, sprechen eine beredte Sprache.

Moshe Sharett, Zionistenführer und früherer Aussen- und Premierminister Israels, schrieb in seinem «Persönlichen Tagebuch»1, dass aller Terror in Palästina stets von den Israeli und nie von den Arabern ausgeübt worden sei. Bevor Singer die Schweiz mit seinem geistigen Unrat bewirft, sollte er vor seiner eigenen Haustür wischen. Es ist zu befürchten, dass er mit seiner Diffamierung dem Antisemitismus in unserem Land Vorschub leisten will, damit im Nachhinein Anlass für eine nochmalige gesetzliche Einschränkung unserer persönlicher Freiheitsrechte gegeben ist.

Sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei daran erinnert, dass rund 15 Millionen Deutsche (darunter Hunderttausende wehrloser Kinder und Frauen, teilweise von den «Befreiern» bestialisch vergewaltigt und massakriert) das Leben verloren haben. Etwa zwei Millionen dieser wehrlosen Opfer sind auf der Flucht ermordet worden. Wann gedenkt Europa einmal dieser Opfer? Das nach dem Diktat von Versailles neu aufgeblühte Deutschland befand sich in einem ihm aufgezwungenen Krieg2 gegen die kapitalistische Weltplutokratie, die heute von der Systempresse verniedlichend Globalisierung genannt wird. Wenn jene von Demokratie sprechen, meinen sie Abschaffung der Volksrechte und Zerstörung der Staatssouveränität, wenn sie von Frieden sprechen, Zinsknechtschaft für die freien Völker.


Fussnoten

1 Sharetts Tagebücher erschienen original auf Hebräisch und wurden dann als englische Übersetzung Anfang der 80er Jahre von der Association of Arab-American University Graduates in Israel’s Sacred Terrorism publiziert. Zitiert nach Norberto Ceresole, La Conquista del Imperio Americano, 1998, S. 113.

2 David L. Hoggan, «Der erzwungene Krieg – Die Ursachen und Urheber des Zweiten Weltkrieges», Grabert Verlag, Tübingen.