Heftige Proteste gegen Ahmadinedschad

Der israelische Journalist Israel Shamir lobte die Verwegenheit des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der es wagte, auf den Schwanz des Tigers zu treten. Am 23. Mai empfing Ahmadinedschad, dieser «verwegene Verspotter unserer Heuchelei» (Shamir), drei Spiegel-Journalisten, denen er ein Interview gewährt hat. Die Zweifel Ahmadinedschads am Holocaust und am Existenzrecht Israels machten aus dem Interview sehr schnell ein Streitgespräch, schrieb der Spiegel in seiner Ausgabe Nr. 22 vom 29. Mai 2006. Um es hier vorwegzunehmen: der Spiegel Chefredaktor Aust und die Spiegel Auslandjournalisten Spörl und Bednarz versuchten den Präsidenten dieses 70-Millionen-Volkes zu überzeugen, dass «der Holocaust stattgefunden hat: es gab Konzentrationslager, es gab Akten über die Vernichtung der Juden, es ist viel geforscht worden, und es gibt nicht den geringsten Zweifel am Holocaust… aus unserer Sicht besteht kein Zweifel daran, dass die Deutschen an der Ermordung von sechs Millionen Juden die Schuld tragen». Ahmadinedschad der als Physiker an der Universität von Teheran lehrte, gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und fragte die Spiegel-Leute:

Ahmadinedschad: Ich weiss, dass der Spiegel ein renommiertes Magazin ist, aber ich weiss nicht, ob Sie die Möglichkeit haben, die Wahrheit über den Holocaust zu veröffentlichen. Sind Sie befugt, alles darüber zu schreiben?

Spiegel: Ganz sicher sind wir befugt, über die Erkenntnisse der historischen Forschung in den letzten 60 Jahren zu schreiben…

Der Spiegel ist kein kleiner Verlag wo jeder den anderen kennt. Doch Fritjof Meyer, bis vor kurzem leitender Chefredakteur für das Ausland, ist nicht nur Stefan Aust (V.i.S.d.P.) bestens bekannt. Alle Spiegel-Redakteure wissen, dass Fritjof Meyer die zuvor für Auschwitz genannte Zahl von vier Millionen Ermordeten in seiner wissenschaftlichen Studie «Die Zahl der Opfer von Auschwitz; neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde» mit 356’000 angibt (Quelle: Zeitschrift «Osteuropa» 5/2002, S. 631–641). Eine Strafanzeige gegen Meyer und weitere für die Schrift verantwortliche Personen wegen Volksverhetzung wurde mit der Begründung, es handle sich nicht um eine Verleugnung oder Verharmlosung des Völkermordes, eingestellt. Meyers Holocaust-Studie gilt fortan als gerichtsnotorische «Erkenntnis historischer Forschung der letzten 60 Jahre». Wir fragen uns daher verwundert: Sind Aust, Spörl und Bednarz befugt, alles zu schreiben oder sind sie es nicht? Wer veranlasst die Iran-Emissäre die Sechsmillionenzahl ihrer Leserschaft gebetsmühlenartig und wider besseres Wissens erneut in die Köpfe zu hämmern?

Ahmadinedschad: …Wir sind der Meinung, wenn eine historische Begebenheit der Wahrheit entspricht, wird diese Wahrheit um so mehr ans Tageslicht kommen, je mehr danach geforscht und darüber gesprochen wird.

Spiegel: Das ist in Deutschland längst geschehen.

Ahmadinedschad: Wir wollen den Holocaust weder bestätigen noch leugnen. Wir sind gegen jede Art von Verbrechen an jedwedem Volk, aber wir wollen wissen, ob dieses Verbrechen wirklich geschehen ist oder nicht. Wenn ja, dann müssen diejenigen bestraft werden, die dafür Verantwortung tragen, und nicht die Palästinenser. Warum ist es nicht erlaubt über eine Tatsache zu forschen, die vor 60 Jahren passiert ist?

Spiegel: Herr Präsident, mit Verlaub, der Holocaust hat stattgefunden… Das Schicksal der Palästinenser wiederum ist eine ganz andere Frage, und sie bringt uns in die Gegenwart.

Ahmadinedschad: Nein, nein, die Wurzeln des Palästina-Konflikts sind in der Geschichte zu suchen. Der Holocaust und Palästina stehen in direkter Verbindung zueinander. Und wenn es den Holocaust wirklich gegeben hat, dann erlauben Sie doch, dass unparteiische Gruppen aus aller Welt forschen. Warum beschränken die europäischen Regierungen die Forschung auf eine bestimmte Gruppe?

Ja, warum? Die Spiegel-Redakteure bleiben Ahmadinedschad und ihren Lesern die Antwort schuldig:

Spiegel: Bleiben Sie dabei, dass der Holocaust nur «ein Mythos» sei?

Ahmadinedschad: Ich akzeptiere nur dann etwas als Wahrheit, wenn ich wirklich überzeugt bin.

Spiegel: Obwohl alle westlichen Wissenschaftler keinen Zweifel am Holocaust hegen?

Ahmadinedschad: In Europa gibt es dazu doch zwei Meinungen. Eine Gruppe Wissenschaftler oder Personen, die meistens politisch motiviert sind, sagen, dass der Holocaust geschehen ist. Dann gibt es aber die Gruppe jener Wissenschaftler, die eine gegenteilige Auffassung vertreten und deshalb zum grössten Teil inhaftiert sind. Also muss eine unparteiische Gruppe kommen, um nachzuforschen und eine Stellungnahme abzugeben zu diesem sehr wichtigen Thema. Denn die Klärung dieser Frage trägt zur Lösung von Weltproblemen bei. Unter dem Vorwand des Holocaust fand weltweit eine starke Polarisierung und Frontenbildung statt. Deshalb wäre es sehr gut, wenn eine internationale und unparteiische Gruppe der Sache nachginge, um ein für alle Mal Klarheit zu schaffen. Normalerweise fördern und unterstützen Regierungen die Arbeit der Forscher über historische Ereignisse und stecken sie nicht ins Gefängnis.

Spiegel: [Heuchlerisch! Die Red.] Wer soll das sein, welche Forscher meinen Sie?

Ahmadinedschad: Das wissen Sie besser als ich, Sie haben die Liste. Es sind Leute aus England, aus Deutschland, Frankreich und aus Australien.

Spiegel: Vermutlich meinen Sie zum Beispiel den Briten David Irving, den Deutsch-Kanadier Ernst Zündel … und den Franzosen Georges Theil, die allesamt den Holocaust leugnen.

Nicht genannt sind der Australier Dr. Frederick Töben, der in deutscher Haft sass und der US-Gaskammerkonstrukteur Ing. Fred A. Leuchter, der im SAT-1-Fernsehstudio verhaftet, zwei Tage später aber in die USA abgeschoben wurde. Ebenso die Deutschen Dr. phil. Udo Walendy (Politologe), Dr. jur. Manfred Roeder und Günter Deckert. Die Schweizer René Louis Berclaz, Jürgen Graf und Andres J. W. Studer. Die letzteren zwei konnten sich nur durch Flucht ins Ausland vor dem Gefängnis retten. In deutschen Gefängnissen sitzen inzwischen auch Germar Rudolf1 (Diplomchemiker), Ernst Günter Kögel und Rechtsanwalt Horst Mahler. RA Silvia Stolz wird wegen ihrer mutigen Verteidigung politisch Verfolgter jetzt selbst verfolgt und muss mit Gefängnis rechnen. In Österreich erhielten Gefängnis: Wolfgang Fröhlich und Gerd Honsik, letzterer rettete sich durch Flucht ins Ausland. In Belgien sass der Verleger Siegfried Verbeke im Gefängnis. Seit Jahren mehrfach mit Strafprozessen überzogen wurden/werden die Franzosen Robert Faurisson (Dr. phil., Literaturprofessor) und der Historiker Jean Plantin.2 In Spanien wurde Buchhändler Pedro Varela dieses Jahr erneut verhaftet und eingesperrt. Die Genannten sind nur die Spitze des Eisberges. Allein in Deutschland befinden sich rund 10’000 Menschen wegen Meinungsdelikten im Gefängnis. Die Verlogenheit der Medien erkennt jeder daran, dass Revisionisten jedweder Nation als «Neonazis» beschimpft werden, damit sie in das von den Medien selbst erzeugte antideutsche Geschichtsbild passen.

Ahmadinedschad: Allein die Tatsache, dass meine Äusserungen zu solchen heftigen Protesten geführt haben, und ich mit gewissen Personen in der deutschen Geschichte verglichen werde, deutet darauf hin, wie konfliktgeladen in Ihrem Land die Atmosphäre für Forscher ist. Hier im Iran können Sie unbesorgt sein.

Spiegel: Nun führen wir diese historische Debatte mit Ihnen aus durchaus aktuellem Anlass. Stellen Sie Israels Existenzrecht in Abrede?

Ahmadinedschad: Schauen Sie, meine Ansichten sind ganz klar. Wir sagen, wenn der Holocaust passiert ist, dann muss Europa die Konsequenzen ziehen und nicht Palästina den Preis dafür zahlen. Wenn er nicht passiert ist, dann müssen die Juden dahin zurückkehren, wo sie hergekommen sind… Im Zweiten Weltkrieg sind 60 Mio. Menschen gefallen, der Zweite Weltkrieg war ein riesiges Verbrechen… Warum stehen unter diesen 60 Mio. Opfern nur die Juden im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit?

Spiegel: Das ist nicht so der Fall… Aber vielleicht sollten wir nun doch zum nächsten Thema übergehen.

Ahmadinedschad: Nein, ich habe eine Frage an Sie. Was für eine Rolle hat die heutige Jugend im Zweiten Weltkrieg gespielt?

Antifa-Transparent in Berlin-Friedrichshein, 2006.
Gemäss der Staatsanwaltschaft keine Straftat
 (Weil Israel nicht davon betroffen ist?)

Spiegel: Keine.

Ahmadinedschad: Warum soll sie Zionisten gegenüber Schuldgefühle haben? Warum sollen die Kosten für die Zionisten aus ihrer Tasche bezahlt werden? Wenn Leute vor 60 Jahren Verbrechen begangen haben, dann mussten sie vor 60 Jahren vor Gericht gebracht werden. Schluss! Warum muss das deutsche Volk heute dafür erniedrigt werden?

Spiegel: Das heutige deutsche Volk kann nichts dafür. Aber es gibt eine Art Kollektivscham…

Ahmadinedschad: Wie kann eine Person, die zur damaligen Zeit gar nicht gelebt hat, juristisch verantwortlich sein?

Spiegel: Nicht juristisch, sondern moralisch. [Man bedenke diesen abgehobenen Unsinn aus dem Mund eines Chefredakteurs, der sich Lob von der falschen Seite erhofft. Wer sein Volk mit solchem Unsinn belastet, Herr Aust, den sollte man einsperren, damit er Zeit hat, sich zu besinnen. Wer juristisch nicht verantwortlich ist, ist es auch moralisch nicht. Moralische Verantwortung besteht nur bei eigenem (Mit-)Verschulden. Die Red.]

Ahmadinedschad: … Warum darf das deutsche Volk nicht das Recht haben, sich zu verteidigen? … Warum sollen die Deutschen nicht das Recht haben, ihre Meinung frei zu äussern?

Spiegel: …es ist eine grosse Leistung der Deutschen in der Nachkriegsgeschichte, dass sie sich kritisch mit der Vergangenheit auseinandergesetzt haben.

Ahmadinedschad: Sind Sie bereit, dies auch dem deutschen Volk mitzuteilen?

Spiegel: Oh ja, das tun wir.

Ahmadinedschad: Würden Sie daher auch zulassen, dass eine unparteiische Gruppe das deutsche Volk befragt, ob es Ihre Meinung teilt? Kein Volk akzeptiert seine Erniedrigung.

Spiegel: In unserem Land ist jede Frage erlaubt. [Sofern man riskiert, eingesperrt zu werden. Die Red.] Aber natürlich gibt es Rechtsradikale in Deutschland, die nicht nur antisemitisch eingestellt sind, sondern ausländerfeindlich, und die halten wir in der Tat für eine Gefahr. [Ja, eine Gefahr für volksfeindliche Politiker, die Graffitty und Transparente mit deutschfeindlichen Hassparolen «Deutschland verrecke», «Nazis töten ist kein Mord» oder «Polen muss bis Holland reichen – Deutschland von der Karte streichen» tatenlos hinnehmen, Deutsche aber für jeden anti-Überfremdungsreflex einsperren lassen. Die Red.]

Ahmadinedschad: Ich habe eine Frage an Sie. Wie lange soll das so weitergehen? Wie lange glauben Sie, muss das deutsche Volk die Geisel der Zionisten sein? Wann ist das zu Ende – in 20, 50, in 1000 Jahren?

Spiegel: …eines wollen wir mit Entschiedenheit festhalten: Wir sind kritisch, wir sind unabhängig, wir lassen jedoch nicht zu, jedenfalls nicht ohne Protest, dass das Existenzrecht des Staates Israel, in dem viele Überlebende des Holocaust leben, in Frage gestellt wird.

Ahmadinedschad: Genau das sagen wir doch. Warum sollen Sie sich den Zionisten gegenüber verpflichtet fühlen? Wenn es den Holocaust gab, muss Israel in Europa liegen und nicht in Palästina.

Spiegel: Wollen Sie 60 Jahre nach dem Kriegsende ein ganzes Volk wieder umsiedeln?

Ahmadinedschad: Fünf Millionen Palästinenser sind seit 60 Jahren heimatlos. Es ist erstaunlich: Sie zahlen seit 60 Jahren Entschädigung wegen des Holocaust und müssen noch 100 Jahre weiterzahlen. Aber warum ist das Schicksal der Palästinenser kein Gegenstand der Diskussion?

Hier beenden wir das Interview etwa in der Hälfte seiner Länge, nicht ohne auf die Heuchelei und Verlogenheit des Spiegel-Interviews hinzuweisen, das nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Interessen des Deutschen Volkes den Richtlinien der US-Lizenzpresse untergeordnet werden.


Fussnoten

1 Germar Rudolf erstellte die streng wissenschaftliche Arbeit: „Gutachten über die Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanidverbindungen in den ‚Gaskammern’ von Auschwitz“, Cromwell Press, London, 1993

2 Siehe Nr. 3/2005 «Revisionisten sind keine Judenhasser»