Irans Präsident mit sanfter Stimme

An der Columbia-Universität (USA) – welche das Weltzentrum für jüdische Studien darstellt, wie es Universitäts-Präsident Lee Bollinger nannte (wcbstv, 24.9.2007) – hielt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine Gastrede mit der er den Beifall der amerikanischen Studentenschaft erntete. Seine Widersacher waren schockiert! Die Springerpresse log auf der Titelseite «Ausgelacht in New York: Ahmadinedschad» (Welt, 26.9.2007). Doch auf Seite 3 musste sie das genaue Gegenteil eingestehen.

Die von Norman Finkelstein «Holocaust-Industrie» genannte Lobby setzte alle nur denkbaren schmutzigen Tricks ein, um den Auftritt des iranischen Präsidenten zu verhindern, wie sie einen Tag nach Ahmadinedschads Auftritt zerknirscht zugeben musste:

«Israel arbeitete seit Monaten insbrünstig daran, zu verhindern, was am Montag auf dem Universitätspodium geschah» (Haaretz, Israel, 25.9.2007).

Bevor Ahmadinedschad das Wort erteilt wurde, trat Universitäts-Präsident Bollinger mit seiner offenbar abgesprochenen persönlichen Beleidigungsschau auf:

«Lassen Sie mich, Herr Präsident, eingangs feststellen: Sie zeigen alle Eigenschaften eines miesen, kleinen, grausamen Diktators. Die Leugnung des Holocaust lässt Sie an einem Ort wie diesem, ganz ehrlich, lächerlich aussehen. Sie sind entweder ein Provokateur oder in ganz erstaunlichem Masse ungebildet. … In aller Offenheit, Herr Präsident, ich hege Zweifel daran, dass Sie die Courage aufbringen, meine Fragen zu beantworten. Ihr Ausweichen wird bezeichnend sein. Ich gehe davon aus, dass Ihre Rede den fanatischen Geist atmet, der vieles von dem prägt, was Sie sagen und tun. Zum Glück sagen mir Experten, dass Sie so Ihre Position unter gutwilligen, intelligenten Bürgern Ihres Landes stetig unterminieren. … Ich spüre heute das ganze Gewicht der modernen zivilisierten Welt auf mir lasten, die Sehnsucht, dem Widerwillen gegen alles, wofür Sie stehen, Ausdruck zu geben. Ich wünsche nur, es gelänge mir besser» (Welt, 26.9.2007, S. 3)

Die gespielten Beleidigungen Bollingers waren offensichtlich. Sie dienten nur dazu, dem intellektuellen Giganten den Ball zuzuspielen, den dieser geschickt annahm. Mit seiner bescheidenen, freundlichen, aber für die Israel-Lobby um so verheerenderen Antwort, verbuchte Irans Präsident alle Punkte auf seinem Konto. Mit sanfter Stimme antwortete er Bollinger:

«Die iranische Tradition verlangt, dass wir einen eingeladenen Gastredner dem Respekt unserer Studenten überlassen, die sich ohne Einflussnahme selbst ein Urteil bilden sollen. Ich glaube nicht, dass es nötig ist, bevor eine Rede überhaupt begonnen hat, mit einer Serie von Anwürfen die Studenten der Fakultät zu impfen. Nichtsdestoweniger werde ich mich durch diese unfreundliche Behandlung nicht angegriffen zeigen» (NYT, 25.9.2007).

Alle nichtjüdischen Studenten spendeten tosenden Applaus. Dann wandte er sich dem Thema zu, das Bundespräsidentin Calmy-Rey in der Schweiz die «unterschiedliche Perzeption des Holocaust» nannte (vgl. Nr. 5+6, Aug. 2007, S. 1):

«‹Nehmen wir einmal an, der Holocaust hätte stattgefunden, was hat das mit dem Leid der Palästinenser zu tun?›

Er machte deutlich, dass er das Recht europäischer Forscher verteidige, die wegen der ‹Infragestellung von Holocaust-Aspekten eingekerkert werden›» (AP, 25.9.2007).

«In der Wissenschaft gibt es nichts Absolutes» (wcbstv, 24.9.2007). «Gott der Schöpfer gewährte dem Menschen Erkenntnis und Wissen … Gott war ein Lehrer. Gott lehrt die Menschen, sich von ideologischer Verblendung zu befreien. Das Licht, das in die Herzen der Erleuchteten scheint, ist nicht auf Physik und Chemie begrenzt. Alle Forscher und Gelehrten sind von Gott geliebt. Ich hoffe, es kommt der Tag, an dem sie die Welt regieren, und Gott selber mit Jesus und Mohammed erscheint und uns zur Rechenschaft zieht.»

Dann kam der Schlusssatz, der die «Holocaust-Industrie» erschaudern liess:

«Nur noch zwei Dinge: Auch als Präsident gebe ich weiterhin wöchentlich Graduiertenkurse. Ich spreche zu Ihnen also als Akademiker.»

Diese Warnung an die Meinungsverfolger sass: «War das eine Warnung?» fragte die Welt (26.9.2007, S. 3).

«Als Akademiker habe ich zwei Fragen, auf die ich logische Antworten statt Beleidigungen erwarte. Weshalb wird die Holocaust-Forschung einer anderen Richtung kriminalisiert statt ermutigt?» (Welt, 26.9.2007, S. 3).