Gehirnwäsche beim Staatsfernsehen

Von Max Morf

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) wird zusehends zum Instrument der 68er-Ideologie, die das Volk einer wahren Gehirnwäsche unterzieht, damit es brav dem letzten Rest eines Nationalgefühls entsagt und sich multikulturell umerziehen lässt. Ein Beispiel dieser Indoktrinierung bot die am 22. August 2007 um 22.20 Uhr vom deutschschweizerischen Fernsehen SF1 ausgestrahlte Reportage von Roland Huber unter dem Titel «Der schwarze Mann in Seelisberg – Notizen aus der Urschweiz».

Dieses über dem Vierwaldstättersee gelegene Urnerdorf hatte seit zwei Jahren keinen Pfarrer mehr. Vor vier Monaten wurde die vakante Stelle vom 38jährigen Dr. theol. Chidi Ilechukwa übernommen. Dieser nigerianische Geistliche wurde in Afrika zum Priester geweiht und von seinem Bischof nach Europa geschickt, wo er nach einem Aufenthalt in Deutschland in die Schweiz kam, um uns, wie er selber aussagte, zur Lebensfreude zu bekehren. In der Dorfkirche zelebriert der Nigerianer die Messe in farbenfrohem afrikanischen liturgischen Gewand, bearbeitet dazu mit geschickten Händen das Tamtam, singt und fordert, die Gemeindemitglieder duzend, zum Tanzen und Händeklatschen auf. Den jüngeren Semestern scheint die Messe im afrikanischen Ritus zu gefallen, da sie nun vermehrt den Gottesdienst besuchen. Die ältere Generation verhält sich um einiges zurückhaltender. So meinte ein Messebesucher, eine Kirche sei doch eine Kirche und keine Rumpelkiste, und es soll ein Gottesdienst und kein Götzendienst sein. Dazu sagte der Reporter hämisch, dass dies für die erzkonservativen Urschweizer eben ein Götzendienst sei. Eine Kirchgängerin sagte zu diesem exotischen Spektakel zutreffend, dass die Afrikaner sich unserer Lebensweise anpassen sollen und nicht wir der ihrigen.

In einem Nachbardorf zelebrierte er die Schulmesse im Freien, wie es in Afrika der Brauch ist und sprach am Anfang des Segens in seinem Stammesdialekt. Begleitet von afrikanischen Rhythmen aus dem Lautsprecher, wippten die Schüler mit Armen und Beinen zum Takt des Tamtamgetrommels. Dazu der Kommentar des Reporters: Die Seelen des Nachbardorfs seien nicht mehr so steif, aber es werde noch lange dauern bis sie geschmeidiger seien.

Chidi Ilechukwa lebt allein im 15-Zimmer-Pfarrhaus, hat weder Köchin noch Haushälterin, und besorgt auch den Garten selbst. Trotz der vielen Arbeit lache er oft, ein Ausdruck der afrikanischen Lebensfreude, wovon er etwas in die Schweiz bringen wolle. Der schwarze Pfarrer erwähnte in einem anderen Zusammenhang, dass, wenn das Christentum in Afrika entstanden wäre, es bestimmt kein Zölibat gäbe, denn in Afrika sei ein Mann ohne Frau und Kinder einfach ein Niemand. Eine Pfarreihelferin meinte: Seien wir doch froh, dass wir Priester wie Ilechukwa haben, sonst hätten wir niemand mehr, der sich um unsere Seelen kümmern würde. Die Frage, weshalb ein akuter Priestermangel herrscht und immer mehr Leute der Kirche den Rücken kehren, kam allerdings nicht aufs Tapet.

Zur Gemeinde Seelisberg gehört auch das Rütli. So begab sich am 1. August der nigerianische Priester in Begleitung eines anderen Schwarzen in bunter afrikanischer Kleidung an die Wiege der Eidgenossenschaft, wo er von der Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und der Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Christ begrüsst wurde. Zur Bundesfeier meinte Chidi Ilechukwa, er verstehe die Leute nicht, welche lautstark «Die Schweiz den Schweizern» skandieren, wo Gott die Welt doch für alle geschaffen habe. Gewiss brauche es die Landesgrenzen, aber man solle damit nicht übertreiben. Auf die Bemerkung des Reporters, mit dieser Aussage mache er sich nicht überall Freunde, entgegnete der schwarze Priester, er predige nicht, was die Leute gerne hören wollen, sondern was er für richtig halte.

Am Schluss der Sendung sah man ihn noch im traditionellen schwarzen Priesteranzug, wie er bei uns üblich ist, durch den Pfarrgarten spazieren. Die Botschaft dieser Reportage ist eindeutig: Wer die eigene Tradition und Kultur pflegen und schützen will, ist ein verbohrter, geistig rückständiger Hinterwäldler, dem zur Umerziehung vorerst einmal eine tüchtige Portion Exotismus verabreicht werden muss.