Heuchelei im Dienste der Mächtigen

(ei.) Auf einem schweizerischen «Internet-Blogg» war folgender Unsinn zu lesen:

«Mahmud Ahmadinedschad ist Präsident eines Landes, in dem es keine Menschenrechte gibt. Menschen werden täglich unterdrückt und nach Scheinprozessen ermordet. Er leugnete mehrfach den «Holocaust». Durch ihn droht der Welt grösste Gefahr wegen der iranischen Aufrüstung mit Nuklearwaffen. Ich schäme mich zutiefst für mein Land wegen der niederträchtigen Konferenz in Genf. Die geplante Abschlusserklärung beschränkt die Meinungsfreiheit massiv. Lasst uns eine Gegenkonferenz starten. Wer hilft mit bei der Organisation?»

Leute die solchen Unsinn schreiben, sind entweder verwirrt oder wie ein Handschuh für fremde Zwecke umgedreht worden.

Zum Fanatismus angespornt, fühlten sich viele andere Wirrköpfe, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind, zu noch mehr «ich-schäme-mich-Erklärungen» bereit: Jobst und Charlotte Bittner schrieben: «der Ehrengast, der iranische Präsident Ahmadinedschad, der zur Ermordung der 5,5 Mio. israelischen Juden aufruft… ein unbeugsamer Leugner des Holocaust.» Die Zusammensetzung der Konferenzteilnehmer im Auge, verweisen Bittners auf Hesekiel 38–39 (eine apokalyptische Überzeichnung des einst mächtigen Persischen Weltreiches vor dem sich die Juden offenbar lange nach seinem Untergang immer noch fürchten.)

Den Bittners und jenen die aus dem Koran zitieren, und allen, die das Alte Testament zu wenig kennen, sei empfohlen, im 5. Buch Mose, Kapitel 19, Vers 1 und im Buch des Propheten Jesaias, Kapitel 34, Vers 2 und 3 zu lesen. Wenn es dort «Heiden» heisst, sind die Nichtjuden gemeint. Anders als Hesekiels Weissagung, ist im Gazastreifen «Jesaia» die Gegenwart.

Ein Heinz Moll schrieb: «Beides sind Lügen der israelischen Staatspropaganda.» Ein Zahal widerspricht Moll: Er möchte diese Behauptungen belegt haben. «Ich selbst habe gehört», so Zahal, «wie er Israel als System vernichten will». Ein Peter Niedermann, aus dem Koran zitierend, erklärt: «Der arme Heinz Moll ist derart schlecht informiert, dass man ihn nur bedauern kann.» Kennt Niedermann den jüdischen Pentateuch und die Bücher der Propheten nicht?

Auch der Schreibende ist gegen die Islamisierung der Schweiz. Diese hat aber nicht Ahmadinedschad zu verantworten, sondern unser Parteiensystem. Auch die Volkspartei (SVP) hatte sich mehrheitlich für die Annahme des ARG eingesetzt und jede Ausländerbeschränkung regelmässig abgelehnt. Dass seit Annahme des ARG bei uns in der Schweiz die Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt ist, stört den Blogg-Schreiber nicht. So eine Heuchelei!

Eine an Thomas Immanuel Steinberg (Publizist) gerichtete Beurteilung eines Farsi-Kundigen hat folgenden interessanten Wortlaut: «Insgesamt kann ich sagen, dass die Rede in einem sehr klaren, eleganten Stil, ohne jegliche rabiate Note, in literarischer Hochsprache verfasst ist, was man nicht von jeder Radioansprache allgemein (auch im Deutschen – ich denke da z.B. an unsere Kanzlerin, Steini oder den Bundeshorst) sagen kann: keine Gemeinplätze, kein Wischiwaschi … Deshalb ist mir das Echo in unseren Medien um so sonderbarer: Ich habe am Montagmorgen das Radio (NDRinfo, DLF) voller Ekel abgestellt. ‹Nouvelle diatribe antisémite du président iranien› – wo die das nur hernehmen? Ich habe mit aller Gewalt nichts Antisemitisches in der Rede entdecken können. Dafür ist mir die Dummheit, Heuchelei und Faulheit (die Sachlage zu recherchieren) der Korrespondenten um so übler aufgestossen! Dummheit, noch schlimmer: Heuchelei im Dienste der Mächtigen!»

ist der wahren Information und dem Schutz vor Manipulation und Gedankenkontrolle verpflichtet. Es dürfte Sie daher interessieren, was der antizionistische Jude Gilad Atzmon und Charly Kneffel von der Berliner Umschau über die UN-Antirassimsus-Konferenz berichten. weiter…