Weltfinanzkrise

Das Geldproblem als Grundlage zur Sanierung der Weltwirtschaft

Von Volkswirt Albert Lämmel, Rastatt (BRD)

Ohne Abschaffung der Bankenprivilegien – das Herstellen und das Verleihen von Geld – gibt es keine politische Freiheit, keine Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, dafür aber ein auswegloses Geldzins-Schuldenproblem sowie steigende Korruption und Massenkriminalität, steigende Lebenshaltungskosten bei steigender Erwerbslosigkeit und Existenzangst. Das wachsende soziale Unrecht führt zu sozialem Unfrieden, es ist die Ursache von Bürger- und Völkerkriegen.

Simone Boehringer von der Redaktion der Süddeutschen Zeitung schrieb in der Ausgabe vom 24. Sept. 2008: «Das jetzige Finanzsystem hat versagt». Sehr richtig! Dieser Feststellung sei jedoch hinzugefügt: Aber bitte jetzt ein demokratisches, nicht wieder ein bürokratisch-privilegistisches Finanzsystem!

Das heutige System wurde per US-Gesetz, später mittels zweier Weltkriege zum Weltgesetz und zur Weltfinanzlehre ohne Alternativen erhoben: «Den Staaten ist künftig verboten, Geld selbst herzustellen. Dieses Recht ist einer Bank-Aktiengesellschaft zu übertragen.» Absurd, denn dem Staat ist es erlaubt, Schuldscheine (Schatzanweisungen) herauszugeben, wofür er dem Käufer regelmässig Zinsen bezahlen muss. Der Zinssatz: in der Regel 7 %. Ausserdem wird dem Staat noch das Münzrecht zugebilligt. Das fand bereits den Widerspruch der Hochfinanz, bisher erfolglos.

Die Initianten des heutigen Finanzsystems gründeten 1913 in Paris die Internationale Bankenallianz, die dem US-Senat und Präsident Wilson mit Tricks und Lügen das Gesetz zum «Federal Reserve Act» abluchsten. Die FED konnte fortan Geld nach Belieben herstellen und verleihen und dieses Recht auch international anderen Banken übertragen. Dies führte in der Folge abwechselnd zu nationalen und internationalen Finanz- und Wirtschaftskrisen, Inflationen und Deflationen, zur ausweglosen Schulden- und Anleihepolitik mit steigender Zins- und Zinseszinsverschuldung.

Der «Widerständler» gegen das FED-Gesetz, der berühmte US-Schriftsteller Ezra Pound, wurde zu 14 Jahren Kerker, teils in «Tiger-Drahtkäfigen», verurteilt und wurde ohne Anklage, ohne Gerichtsurteil und ohne Entschädigung geisteszerrüttet aus dem Gefängnis entlassen.

Selbst [der damalige deutsche] Bundesfinanzminister Hans Eichel sagte in den 90er-Jahren: «Diese Schuld- und Zinsverpflichtungen sind nicht mehr tilgbar!»

2007 öffneten die (privaten) Notenbanken den Geschäftsbanken die Schleusen zu fast unbeschränkten Krediten mit Vorzugszinsen. Das führte 2008 zur bisher grössten Spekulationskreditblase mit zahlreichen Banken- und Firmeninsolvenzen. Insolvente und «kreditklamme» Banken wurden von den Bankenzuhälter-Regierungen mit Steuergeldern gestützt, so auch einzelne Privatfirmen in Bankenbesitz. Greenpeace brachte zu dieser Zeit ein grosses Transparent am Hypo Real-Bankenturm an: «Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!» (Volksgeld bedankte sich dafür bei Greenpeace). Nur einige Reformblätter, darunter ÖkologiePolitik und Volksgeld brachten Bilder des Greenpeace-Auftritts.

Angesichts der weltweiten Finanzdesaster, der Firmenzusammenbrüche und der Riesenverluste vieler Geldanleger bezeichnete die Volksgeld-Bewegung dieses Finanzsystem bisher unwidersprochen und unwiderlegt als verbrecherisch.

Der Aufstieg Amerikas zur grossen Wirtschaftsmacht erfolgte dank der kredit- und zinsfreien Ordnung unter Präsident Abraham Lincoln (1809 – 1850). Er, wie hundert Jahre später Präsident John F. Kennedy (1917 – 1963), wurden vermutlich im Auftrag des Geheimdienstes ermordet. [Desgleichen Alfred Herrhausen, Vorsitzender der Deutschen Bank, die Red.] John F. Kennedy hatte bereits FED-unabhängiges Geld vorbereitet.

Daher die Forderung der deutsch-europäischen Volksgeldbewegung:

1. 

Das Hoheitsrecht des gesamten Geldwesens den Staatsverwaltungen. Auflage für die Notenbank: Geldherstellung nur zu Haushaltzwecken als «Automatische Gesamtgeldsteuer» [gemeint ist staatliche Geldherstellung anstelle der bisherigen Steuern auf Einkommen, Arbeit oder die MWSt. usw., die Red.].

 
2. 

An den Haushaltvorlagen hat der Verband der Länder [Kantone] und Gemeinden mitzuwirken. Er hat Weisungs- und gegebenenfalls sozio-ökonomisch-ökologisches Auflagenrecht sowohl hinsichtlich der Gesamthöhe des herzustellenden Geldes wie der zinslosen Bereitstellung desselben, ev. vierteljährlich, an Gemeinden, Kreise, Länder [Kantone] und den Bundesstaat. – Finanzämter, Steuergesetze und Steuereinzug entfallen. Steuerflucht gibt es nicht mehr. [Steuerunterschlagung und Steuerbetrug werden unbekannt, die Red.]

 
3. 

Spargeld liegt zinslos in öffentlichen Kassen und wird fallweise der Gesamtsumme des benötigten Haushaltgeldes und damit dem Geldkreislauf zugeführt. Das Geld bleibt im Besitz des Sparheftinhabers. Für Kontenausgleich mit den öffentlichen Kassen sorgt die staatliche Finanzverwaltung.

Dieses gerechte demokratische Geldsystem ergibt eine Ersparnis von 50 %, bezogen auf die heutigen Steuereinnahmen. Mit dieser Einsparung kann eine allgemeine, beitragsfreie Alters- und Arbeitslosenrente in Höhe des Existenzminimums gezahlt werden. (Bezüger bereits bestehender Altersversicherungen und Pensionen sind hiervon ausgenommen. Keine Doppelzahlung!) Das gegenwärtige Schulden-, Zins- und Steuersystem erzwingt ständig steigende Zinslasten des Staates und der privaten Wirtschaft. Es ist Zeit für ein neues, besseres Geldsystem.

Die Zinslasten des Staates werden [heute] mit Steuern eingetrieben. Diese lasten natürlich auf allen Preisen, zuzüglich der Zinsen [für das Leihkapital] der Wirtschaft. Keiner entkommt ihnen. Jeder Konsument bezahlt sie. Studien zufolge liegt die Zinsbelastung auf allen Preisen bei 30 % oder mehr. Beim Hausbau und bei Mieten betragen sie rund 70 %.

Welch herrliche Finanzordnung für die Banken! Von der Europäischen Zentralbank erhalten diese [die Zentralbanken der EU-Länder] das Geld fast umsonst – heute zu 1 %. Sie verborgen es für Leihzinsen bis zu 30 %. Da sind die 25 % Gewinn, die Herr Ackermann, auch als Richtschnur für andere Banken anpeilt, leicht zu errechnen. Selbstverständlich ist bei all diesem an eine Schuldentilgung des Staates oder der Wirtschaft nie zu denken! Deshalb: Weg mit diesem verruchten Kreditsystem!

Hochblüten von Staaten, von Wirtschaft und Kultur, entstanden stets in einer Kredit- und zinsfreien Ordnung, wie z.B. die Zeit der Gotik und der Hanse. Desgleichen das Erhardsche «Deutsche Wirtschaftswunder» in der schweren Nachkriegszeit.

Durch Wegfall der Zinsbelastungen steigen die Realeinkommen um rund ein Viertel, die Preise verringern sich um die Zinslasten. «Keine Volkswirtschaft braucht zu ihrem Gedeihen ein auf Kredit fussendes Geldsystem. Was sie braucht, ist die freiheitlich-soziale, leistungs- und wettbewerbsgerechte Volksgeld-Ordnung wie oben dargelegt.

Das Kredit- und Zinsschuldensystem erzwingt immerwährende steigende Schuld- und Zinslasten des Staates und der Wirtschaft zugunsten von Parasiten. Die Zinslasten des Staates betragen heute schon über ein Viertel des [deutschen] Staatshaushaltes. Die Schulden und Zinsen der Wirtschaft sind in der Regel dreimal so hoch! Bei Mieten und beim Hausbau sind schon bis zu 70 % der Gesamtlasten Zinsgeld.

Durch den Wegfall des Leih- und Zinsgeldsystems verschwinden Krisen, Massenerwerbslosigkeit, Massenkriminalität, Massenkorruption, Existenzangst und politische Verfolgung. Der Jugend entstehen neue Vorbilder, ihrem heute oftmals negativen Verhalten sind die Grundlagen entzogen.

Die Mehrheit der Regierungen, Politiker, Gewerkschafter, Priester, Erzieher, Medien – auch die der «Opposition» – haben keine Ahnung mehr von den Segnungen einer kredit- und zinsfreien Ordnung und stehen vor ihr wie die Ochsen vor dem Scheunentor. Und die falsche Finanzlehre unternimmt natürlich alles, um dieses Unwissen zu erhalten!

[Gerade jetzt in der Umbruchphase des Geldsystems, die einige Jahre andauern dürfte, ist grösste Vorsicht vor neuen Verführungen geboten. Wer nicht bereit ist, sich vom Kredit- und Zinsgeldsystem zu verabschieden, will kein gerechtes Geldsystem, sondern die Fortführung ungerechter Privilegien, d. Red.]