Wie lange schweigt die offizielle Schweiz noch über die Verbrechen der Angloamerikaner?

Bericht über einen verhinderten Trauermarsch in Nenndorf

Von Dr. Rigolf Hennig, Verden

Als der Krieg zu Ende war, kehrte kein Frieden ein, sondern es wurde alles noch viel schlimmer. Wenige der Heutigen wissen das oder wollen das wissen. Nach Bombenterror auf Frauen und Kinder mit Millionen an Toten, nach Flucht und Vertreibung – von Weizsäcker sarkastisch als «erzwungene Wanderschaft» bezeichnet – mit noch mehr Toten, wiederum mehrheitlich Frauen und Kinder, nach den schweren Opfern unserer Soldaten an allen Fronten ging es nun erst richtig los mit der Verfolgung von uns Deutschen, nun, da wir wehrlos waren.

Bad Nenndorf ist so ein Ort, einer unter vielen, wo sich Rachsucht, entfesselter Sadismus, Minderwertigkeitskomplexe, Verhaltensstörungen und gezielter Vernichtungswille der Sieger – hier der Engländer – entsetzlich austobten. Befreier nannten sie sich. Wovon? Von rund 20 Millionen Toten? Von über einem Drittel teuren Heimatlandes? Von Hab und Gut, Kultur und Sitte und am Ende vom gesunden Menschenverstand? Demokratie und Menschenrechte wollten sie uns bringen. Gebracht haben sie uns Mord und Totschlag, Justizmord, Berufsverbote, Bücherverbrennung und eine «Umerziehung» genannte Gehirnwäsche1, die in ein allgemeines eingepflanztes Irresein mündet.

In Bad Nenndorf wurde im Winklerbad, welches die «Befreier» zum Folterlager umgebaut hatten, von 1945–1947 372 deutsche Männer und Jungen und 44 deutsche Frauen und Mädchen, insgesamt also 416 bedauernswerte Menschen inhaftiert, genötigt und geprügelt und bis zur Todesfolge gefoltert. Britische Greiferkommandos hatten unter Bruch des Völkerrechtes Verdächtige wie Parteigänger der NSDAP, aber auch einflussreiche Personen aller Art des «Dritten Reiches» und Jugendliche aus Angst vor dem «Werwolf» eingefangen, in aller Regel Unschuldige.

Am 1. April 1945 warfen die Briten binnen 90 Minuten 1200 Bürger von Bad Nenndorf aus ihren Häusern und Wohnungen, um ihr Folterlager einrichten und abschirmen zu können. Was sich dann im Verborgenen abspielte, spottet dem gesunden Menschenverstand. Schlafentzug, Aushungern bis zum Tode, Prügeln, Kältezellen, Kaltwasser, Drohung mit Hinrichtung und Bestrafung der Familie und zahlreiche andere, ausgefeilte Sauereien. Einige wenige Ermordete sind namentlich bekannt, so Walter Bergmann, Franz Österreicher, Heinz Biedermann (20) und der Student Gerhard Mentzel (22). Auch einige der unmenschlichen Täter seien genannt: Robin Stevens, «Kommandierender», Captain Lengham und der Militärarzt Captain Smith.

Es war gar nicht so einfach, Stück auf Stück die Wahrheit über das Folterlager in Bad Nenndorf herauszubekommen. Obwohl auf kirchlichen Wegen die Kunde von den britischen Schwerverbrechen an die britische Öffentlichkeit geraten war und eine polizeiliche wie rechtliche Untersuchung zur Folge hatte, verlief das Verfahren gegen die Täter wie das Hornberger Schiessen. Die Untaten gerieten wieder in Vergessenheit. Bis 2005 Teile der geheimen Akten freigegeben wurden und der britische Journalist Ian Cobain diese veröffentlichte.

Wer nun gedacht hätte, es erhebe sich in der Bevölkerung, zumal in der Stadt Bad Nenndorf, ein Aufschrei der Entrüstung, der Ruf nach Gedenkstätten und Gedenkfeiern, nach Wiedergutmachung und Entschädigung der ehemaligen Häftlinge und nach Bestrafung möglicherweise noch lebender Täter und der Verurteilung Englands wegen Staatsverbrechen – sah sich getäuscht. Als Ratsherr von Verden und als Abgeordneter des Landkreises Verden frage ich voll Entsetzen, ob sich denn die Kollegen in Bad Nenndorf und im Kreis Schaumburg-Lippe vor der Verantwortung vor der Geschichte drücken!

Hier nun zieht das Nachkriegsverbrechen der Briten ein zweites, nicht minder schweres Verbrechen nach sich, das des Vertuschens, Verschweigens, Lügens und Unterdrückens der Wahrheit, Fälschung und Schönfärberei durch – nicht etwa Briten, sondern – durch angepasste, umerzogene Bundesbürger. Die Nachforschungen über die Verbrechen von Bad Nenndorf sind bis zur Stunde heikel und schwierig. Behörden wollen keine Auskunft geben, die Medien lügen, verdrehen und hetzen und die Polizei wird missbraucht im Einsatz gegen Chaoten und muss ausgerechnet diejenigen schützen, die der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen und der Opfer der Sieger gedenken.

Hier haben wir es mit der Steigerung zum Wahnsinn zu tun. Die wahren Idioten stehen dort drüben und schreien sich ihre Blödheit aus dem Leib. Wer als Deutscher allen Ernstes gegen ein Gedenken an deutsche Opfer demonstriert, dem hat man ins Gehirn gesch…

Der Wahnsinn ist aber noch nicht zu Ende. Während wir hier gedenken, morden die gleichen Kräfte, die für die Untaten in Bad Nenndorf zuständig waren, weiter im Irak und in Afghanistan, unterhalten Foltergefängnisse u. a. in Abu Ghraib und Guantánamo, wo sie, wie gehabt, ihre Opfer bis zum Tode foltern und dies für «Freiheit» und «Demokratie». Auch in Guantánamo sind Jugendliche inhaftiert.

Und diese Leute schimpfen sich «Demokraten» und massen sich Vorbildfunktion an! Diese Staatsverbrecher haben den Balkan, den Irak und Afghanistan überfallen und zerstört und planen einen Überfall auf den Iran. Sie sprechen von Menschenrechten und begehen Menschenrechtsverbrechen, sie sprechen von friedenserhaltenden Massnahmen und begehen blutige Überfälle mit Massenmord und Justizverbrechen, alles wie gehabt. Wie ähneln sich die Verhältnisse 1945 und heute, nichts hat sich geändert. In den Zwischenjahren sind Millionen Menschen durch die Schuld der gleichen Mächte wie in der Kriegs- und Nachkriegszeit ums Leben gekommen. Ohne deutsche Beteiligung.

Damit muss Schluss sein, sofort und beginnend hier und heute: Raus mit den Besatzern, die unter Etikettenschwindel von hier aus ihre Angriffe auf Afghanistan fliegen und Deutschland bevormunden. Raus mit Vertretern von Verbrecherstaaten. Raus mit Geschichtsfälschern und Erpressern. Raus aus der NATO! Raus auch aus der EU und lieber ein Europa der Vaterländer.

Wir wollen Herrn im eigenen Hause sein und in Frieden leben. Das ist die Botschaft!

Hinweis der Redaktion: Wie die Tagespresse berichtete, informierte nach den WikiLeaks-Veröffentlichungen US-Aussenministerin Hillary Clinton zahlreiche Staaten über die möglichen Enthüllungen, schrieb ihr Sprecher Philip Crowley am 27. November im Nachrichtendienst Twitter. Er glaube, der aussenpolitische Schaden des Geheimnisverrats könne für die USA beträchtlich werden. (ei.)


Fussnoten

Hervorhebung durch die Redaktion

1 Vergleiche Helmuth Mosberg: «REeducation, Umerziehung und Lizenzpresse im Nachkriegsdeutschland», Universitas Verlag, München, 1991.