Reminiszenzen zur Gründung der US-Staatsbank

Während der Weihnachtszeit, am 23. Dezember 1913, wurde von einem spärlich besetzten Kongress die private Staatsbank (Federal Reserve Bank) abgesegnet. Sie wurde nach dem Vorbild der 1694 gegründeten Bank of England1 errichtet, die erste Zentralbank der Welt. Mehr dazu ist im Buch zur Geschichte der Bank von England und bei Ellen Brown «Der Dollar Crash» zu lesen. Aus diesen Berichten fassen wir nachfolgend das Wichtigste zusammen:

Prinz Wilhelm von Oranien, ein holländischer Aristokrat, heiratete Prinzessin Mary von York, die älteste Tochter des englischen Herzogs von York, der 1689 starb. Da er Anwärter auf den englischen Thron gewesen war, wurden William und Mary König und Königin von England.

Schon bald befand sich William im Krieg mit dem französischen König Louis XIV. Und weil Kriege immer viel Geld kosten, sind wir schon mitten beim Thema. William lieh sich von einer Gruppe Finanziers 1,2 Millionen Pfund in Gold. Die Namen der Goldverleiher blieben geheim. Beschafft wurde das Geld durch ein damals neuartiges Verfahren, das Regierungen noch heute benutzen: Die Verleiher gewährten einen permanenten Kredit, dessen Zinsen zu bezahlen waren, aber dessen Kapitalsumme nicht getilgt werden musste.2 Ausserdem gab es bei der Gewährung dieses Kredits noch weitere Auflagen. Dazu gehören:

1. 

Die Verleiher erhielten einen Freibrief zur Gründung einer Bank of England, die Banknoten herstellen durfte, die als nationale Papierwährung zirkulieren konnten.

 

2. 

Die Bank durfte Banknoten aus dem Nichts schöpfen, wobei nur ein Bruchteil davon in Münzen gehalten werden musste. Die von ihr erzeugten Banknoten, die an die Regierung verliehen wurden, sollten nur durch Regierungswechsel (Schuldscheine) gedeckt werden. Diese Wechsel konnten als «Reserven» für die Bereitstellung zusätzlicher Kredite an private Personen dienen.

 

3. 

Die Regierung sollte auf ihre Kredite acht Prozent Zinsen zahlen. Das war die Geburtsstunde der nationalen Verschuldung.

 

4. 

Den Verleihern wurde garantiert, dass die Bezahlung der nationalen Schulden durch die direkte Besteuerung der Bevölkerung sichergestellt wurde. Damit Kreditzinsen an die Bank gezahlt werden konnten, wurde sofort eine ganze Reihe von Gütern besteuert.3

«Die Gründungsurkunde der Bank of England, die als ‹Mutter aller Zentralbanken› gilt, wurde 1694 auf William Paterson ausgestellt, einen Schotten, der vorher in Amsterdam gelebt hatte. In einem Rundbrief, der Interessenten animieren sollte, Anteile an dieser Bank zu erwerben, heisst es: ‹Die Bank erhält Zinsgewinn von all den Geldern, die sie, die Bank, aus dem Nichts erzeugt.› Die Vereinbarung zusätzlicher Kredite führte dazu, dass die nationale Verschuldung Englands von 1,2 Millionen Pfund im Jahre 1694 auf 16 Millionen Pfund im Jahre 1698 anstieg. 1815 betrugen die Schulden 885 Millionen Pfund, hauptsächlich verursacht durch den Zinseszins. Die Verleiher erzielten nicht nur riesige Profite, sondern die Verschuldung verschaffte ihnen auch einen erheblichen politischen Einfluss.

Mit der Gründungsurkunde der Bank erhielt das ‹Mindestreserve›-Bankwesen, mit dem die Kontrolle des englischen Geldes an eine Privatgesellschaft überging, Gesetzeskraft. Die Bank of England hatte laut Gesetz das Recht, Papiergeld aus dem Nichts zu erzeugen und an die Regierung gegen Zins zu verleihen. Das tat sie, indem sie ihre eigenen Papiernoten gegen Wertpapiere eintauschte, die das Versprechen der Regierung repräsentierten, Zinsen und Tilgung an die Bank zurückzuzahlen – das gleiche Mittel benutzen die amerikanische Federal Reserve und andere Zentralbanken heute auch.4»

Nach Gründung der US-Zentralbank FED gründeten viele Banken, die bisher nur Niederlassungen in Europa gehabt hatten, ebensolche in den USA. Dies bedeutete eine Schwächung Kontinentaleuropas, aber auch eine Kraftverschiebung des englischen Finanzzentrums in die Vereinigten Staaten. Dies ermöglichte den Aufstieg der USA zur imperialistischen Supermacht.


Fussnoten

1

Bowman, William Dodgson: «Die Geschichte der Bank von England», Benno Schwabe, Basel 1938. Originaltitel: The Story of the bank of England, 1937.

 

2

Patrick Carmack, Bill Still, «The Money Masters: How International Bankers Gained Control auf America» (Meister des Geldes: Wie internationale Banker die Kontrolle über Amerika gewannen) (Video, 1998), Text auf: http://users.cyberone.com.au/myers/money-masters.html Zitiert nach Ellen Hodgson Brown «Der Dollar Crash», Kopp Verlag, Rottenburg (BRD) 2008.

 

3

Siehe G. Edward Griffin, «Die Kreatur von Jekyll Island», S. 205ff, Kopp Verlag, Rottenburg (BRD) 2006; Eustace Mullins, «Die Bankierverschwörung – Die Machtergreifung der Hochfinanz und ihre Folgen», Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur, Strukum/Nordfriesland, 1983 (vermtl. vergriffen).

 

4

Ellen Hodgson Brown, «Der Dollar Crash – Was Banker Ihnen nicht erzählen», Kopp Verlag, Rottenburg (BRD), 2008, S. 92ff.