Leserbriefe

 

Darf das wahr sein?

Sexunterricht im Kindergarten – dafür Scheuklappen in der Staatskunde und Entmündigung der Schülerinnen und Schüler beim Schulaustritt. Ja, es hört sich an, wie ein Witz. Da wird geschrieben und gepredigt, was unsere Vorfahren für Fehler gemacht haben. Natürlich soll man aufzeigen, was Geschichte und was wahr ist. Aber wenn wir schon Sachen aus dem Zusammenhang reissen, dann sollten wir auch den Mut haben und uns einmal überlegen, wie künftige Generationen mit unserer Generation abrechnen könnten. Mit einer Generation, welche mit dem wunderbaren Erbe der «direkten Demokratie» nicht mehr umgehen kann. Eine Generation, welche sich durch viele Medien beeinflussen statt informieren lässt. Da werden Gesetze, Schikanen und Vorschriften generiert und eingeführt, welche man beweinen müsste, weil damit genau das Gegenteil bewirkt wird von dem, was man eigentlich will. Ist es nicht traurig, dass die Bibel – die zehn Gebote – und die Konkordanz so ausgelegt und dargestellt werden, dass sogar bei den Bundesratswahlen alles möglich wird. So, dass alle Parteien wissen, was für die anderen gilt und richtig ist. Kommen wir wieder zurück auf den Boden! Schaffen wir das, was zu Vertrauen in die Kinder und Regierung führt. So, dass das Vertrauen in unsere Sozialwerke und Institutionen zurückkehrt. Wenn dann sozial wieder als «menschenfreundlich» verstanden wird, dann wird vielleicht die Vernunft im Asylbereich wie bei Anlässen rund um ein Fussballfeld über den Missbrauch siegen. Das sind wir doch allen Leuten, in allen Bereichen, welche unter den Unanständigen leiden, schuldig.

Darf es wahr sein, dass wir über und gegen eine Partei und Leute schimpfen, welche viel dazu beigetragen haben, dass wir vor dem EU-Schlamassel bewahrt wurden und auch heute noch über Sachen abstimmen können? Erinnern wir uns gegenseitig an unsere Verfassung und an den Auftrag der Volksvertreter «S’il Vous Plaît»! Nicht dass zukünftige Generationen sich fragen müssen: «Darf das wahr sein, dass man eine direkte Demokratie leichtsinnig verspielt hat?» Und «das Wohl des Volkes vergessen hat, indem man mehr Rücksicht auf fremde Richter und Diktatoren genommen hat, statt auf gesunden Menschenverstand und Logik zu bauen?»

H. Wyss, Schneisingen


 

Wurzelbehandlung dringend nötig!

Ojemine, wie soll man noch wissen, was Recht und Unrecht ist. Darf man noch selber denken, ohne dass man durchdreht? Da wird über den Fussgängerstreifen gelästert und geschrieben, nur weil einige Leute nicht wissen, wie man sich darauf oder davor benimmt. Weil laut Statistik zu viele Leute auf dem Fussgängerstreifen sterben, muss man diese [Todesfallen] reduzieren oder abschaffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis einige «ganz Schlaue» verlangen, dass im Altersheim die Leute im Kleiderschrank übernachten müssen, weil laut Statistik die meisten Leute im Bett sterben.

Genau so ist es im Finanzwesen. Zur Rettung von Leben wurde einmal das Bankgeheimnis eingeführt. Daten-, nicht Kriminellenschutz wurde zu einer wertvollen Grösse in unserem Land. Weil heute alles, was nicht ganz genau beschrieben ist, falsch verstanden werden darf, muss natürlich vor der Benutzung des Mikrowellengerätes erklärt werden: «Zum Trocknen von Hunden und Katzen ungeeignet». So auch im obersten Bankenbereich, komische und fragwürdige Geschäfte sollen erlaubt und tolerierbar sein, wenn diese nicht ausdrücklich untersagt sind. Kein Problem, denn mit dem von den treu- und gutgläubigen Kunden abgezockten Geld kann man die Geschädigten gleichzeitig zum Schweigen bringen. Ist es nicht bedenklich, wenn man Leuten (auch mit hohem IQ) genau erklären muss, sie sollten sich nicht durch dumme Schlägereien das eigene Leben versauen. Ja, die Grenzen wurden abgeschafft – auch für Blödsinn und für Unrecht.

Ist jetzt dringend eine Wurzelbehandlung unserer Gesellschaft nötig?

Statt mit Scheuklappen Missstände und Straftaten zu schützen, könnten wir uns an die Zehn Gebote erinnern. Das würde uns vielleicht den Weg aus dem Paragraphendschungel erleichtern. Leute in öffentlichen Ämtern und Volksvertreter müssten verpflichtet werden, zuzuhören und hinzuschauen. Unternehmer (statt Manager) bekämen dadurch sicher wieder den richtigen und verdienten Stellenwert. Zugabe zu den Folgefehlern im Fall SNB: Wie soll die Feuerwehr einen Brand löschen, wenn auf jedes Parkier- und Anhalteverbot geachtet werden muss? Soll die Feuerwehr wegschauen und das Feuer brennen lassen?

H. Wyss, Schneisingen