IWF und Weltbank

Nationalräte unterstützen parasitäres Geldmonopol

(ei.) Die Politisierenden mit und ohne Geld und solche, die mit ihnen sympathisierend sich mit blumigen Worten beim Volk beliebt machen wollen, verbindet ein gemeinsamer Nenner. Etwas, an dem über alle Parteigrenzen hinweg auch die Linken und Grünen festhalten. Die einen aus Dummheit oder Nichtwissen, die Mehrheit aus machtpolitischen Erwägungen. Dieses Etwas gilt es beim Namen zu nennen.

Im Dezember des zu Ende gegangenen Jahres kam eine schon früher gemachte Feststellung wieder an die Oberfläche: Personenkreise welche bei jeder sich bietenden Gelegenheit («Rettet unser Schweizer Gold», «EU-Beitritt via Hintertreppe», «Einladung zum Vortrag von Prof. Wilhelm Hankel») durch rege Aktivitäten, Aufmerksamkeit heischend an die patriotischen Kräfte appellieren, sie zu unterstützen. Ihr gemeinsamer Nenner ist, so kann immer wieder festgestellt werden, dass sie über die Hintergründe, die Anlass für ihre Aktionen geben, kein Sterbenswörtchen nach aussen dringen lassen. So, wie einer, der seine Freunde vor einer Lebensmittelvergiftung warnt, beim gemeinsamen Mahl aber das giftige Pilzgericht verschweigt.

Dieses Etwas ist das kriminelle Geldmonopol, das Europa in zwei Weltkriege gestürzt hat. Zum gemeinsamen Nenner gehört daher auch, dass sie kein Wort über die gegen das Deutsche Reich verbreitete Hasspropaganda vernehmen lassen. Aber auch niemand davon abhalten.

Wer sich über den IWF und die Weltbank informieren will, dem sei das Buch «Global, Brutal» von Michel Chossudovsky, ein kanadischer Professor der Ökonomie, empfohlen. Er lehrte als Gastdozent auch in Westeuropa und Südamerika und war als Berater für zahlreiche Regierungen tätig. Sein Buch wurde bereits in sieben Sprachen übersetzt und erschien in 2. Auflage im Jahr 2002 auch auf deutsch im Verlag Zweitausendeins, Frankfurt a.M. In der Schweiz wird es von den gleichgeschalteten Medien nicht erwähnt. ist es vor Jahren durch die französische Le Monde diplomatique bekannt geworden. Nachfolgend einige der markantesten Textpassagen aus seinem Buch:

«Die tödlichen Wirtschaftsrezepte des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Rahmen der ‹Strukturanpassungsprogramme› waren damals [1976] noch nicht zur offiziellen Politik geworden. … Seit dem Ausbruch der Schuldenkrise in den 80er Jahren wendete der IWF die gleichen wirtschaftlichen Gesundungsrezepte [wie in Argentinien] in mehr als 150 Entwicklungsländern an. … ich kam zur Überzeugung, dass eine Neue Weltordnung Gestalt gewann, die sich unerbittlich von Armut und wirtschaftlichen Verwerfungen nährte.» (S. 18) «Die meisten der früheren Militärregimes Lateinamerikas wurden durch ‹Demokratien› ersetzt, betraut mit der schrecklichen Aufgabe, die Volkswirtschaften ihrer Länder im Rahmen der von der Weltbank betriebenen Privatisierungsprogramme unter den Hammer zu bringen.» (S. 19)

Weil sich die Schweiz dem IWF angeschlossen hat, musste der weltbeste Post- und Telefonbetrieb (PTT) aus dem Staatsbesitz entlassen werden. Mit ihrem flächendeckenden Angebot und günstigen Dienstleistungen ist es seither vorbei. Weil der Bund mit 51 Prozent noch die Aktienmehrheit hat, gilt sie als teilprivatisiert.

«Peru wurde abgestraft, weil es sich nicht der Diktatur des IWF gebeugt hatte: Der Preis von Benzin stieg um das 31fache, der Brotpreis um mehr als das Zwölffache an einem einzigen Tag. Der IWF – in enger Beratung mit dem US-Finanzministerium – zog hinter den Kulissen die Fäden. … Diese Reformen – durchgeführt im Namen der Demokratie – waren noch weit vernichtender als jene in Chile und Argentinien unter der Faust der Militärherrschaft…» (S. 19) «In Indien wurden als direkte Folge der IWF-Reformen Millionen von Menschen in den Hunger getrieben. …In Vietnam brachen lokale Hungersnöte aus.» (S. 20)

Damit weitere Millionen den Hungertod sterben, so scheint es, will die Schweiz dem IWF «zur Aufstockung seiner Mittel im Zusammenhang der [von den Wall Street Banken in Gang gebrachten, d. Red.] Schuldenkrise in der Eurozone» (BaZ 7.12.12, S. 3) einen Kredit von 10 Milliarden Franken geben. Der Bund (also die Steuerzahler) übernähme die Garantie dafür. Noch fehlt die Zustimmung des Ständerates.

Einschub: Dominique Strauss-Kahn, vormaliger Chef des IWF, soll sich mit dem New-Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo wegen sexuellem Kontakt auf eine Abfindung von sechs Millionen Dollar geeinigt haben. Basler Zeitung 11.12.12, S. 10. Man fragt sich, von wem solche Figuren in eine Organisation wie den IWF plaziert werden?

«Die vom IWF geförderten Reformen waren in eine neue Phase getreten… Ab dem Jahr 1992 sind weite Teile der ehemaligen Sowjetunion vom Baltikum bis Ostsibirien in bitterste Armut gestürzt worden.» (S. 20)

«Als schwer bewaffnete US- und NATO-Truppen den Frieden in Bosnien sicherten, stellten Presse und Politiker die westlichen Interventionen im ehem. Jugoslawien als noble … Reaktion auf den Ausbruch ethnischer Massaker und Menschenrechtsverletzungen dar. … Die Gründe für den Krieg waren schnell gefunden, die öffentliche Meinung im Westen wurde geschickt getäuscht: Das Ergebnis eines ‹aggressiven Nationalismus› [Die genarrten Schweizer Politiker sandten Friedenstruppen! Partnerschaft mit dem Teufel, oder so ähnlich genannt.] Die tiefe Wirtschaftskrise, die dem Krieg vorausging, ist lange vergessen. Die strategischen Interessen … an der Auflösung Jugoslawiens bleiben unerwähnt, ebenso wie die Rolle der Auslandsgläubiger und der internationalen Finanzorganisationen. In den Augen der globalen Medien tragen die Westmächte keine Verantwortung für die Verarmung und Zerstörung einer Nation von 24 Millionen Menschen. (S. 279 ) …Während sich die Welt noch auf Truppenbewegungen und Waffenstillstände konzentrierte, waren die internationalen Finanzorganisationen längst eifrig dabei, die Auslandschulden des ehem. Jugoslawien von den Nachfolgestaaten einzutreiben und den Balkan in einen sicheren Hafen für freies Unternehmertum zu verwandeln. Mit dem von NATO-Gewehren gesicherten bosnischen Friedensabkommen präsentierte der Westen Ende 1995 ein ‹Wiederaufbau›-Programm, das dieses geschundene Land seiner Souveränität in einem Masse beraubte, wie es in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr geschehen war.» (S. 280)

Auch Europa (gemeint ist Deutschland) wurde die Souveränität geraubt. Die Regierenden der BRD sind vom Finanzmonopol dirigierte Vasallen. Andernfalls der ESM nicht möglich geworden wäre und Prof. Hankel am 12. Januar in Luzern keinen Vortrag über den Euro hätte halten müssen.

«Die neue Verfassung [Jugoslawiens], die dem Dayton-Abkommen als Anhang beigefügt war, überantwortete die Herrschaft über die Wirtschaftspolitik dem IWF, der Weltbank und der Osteuropabank mit Sitz in London.» (S. 281)

Die City Londons ist exterritoriales Gebiet wie der Vatikan und wird von der Hochfinanz regiert. Sie bildet zusammen mit den 20 US-Federal-Banken mittels ihres Geldmonopols die plutokratische Weltherrschaft.

«Der IWF wurde ermächtigt, den ersten Präsidenten der bosnischen Zentralbank zu ernennen, der, wie der Sonderbeauftragte, ‹kein Bürger von Bosnien und Herzogewina oder eines Nachbarstaates› sein sollte. Unter der Regentschaft des IWF ist es der Zentralbank allerdings nicht erlaubt, Zentralbankfunktionen auszuüben. …» (S. 281)

«Reformen, begleitet von Umschuldungsvereinbarungen mit staatlichen und privaten Gläubigern, dienten auch dazu, die bundesstaatlichen Institutionen zu schwächen, indem sie politische Gegensätze zwischen Belgrad und den Regierungen der Bundesstaaten und autonomen Provinzen schürten. ‹Die Premierministerin Milka Planinc, die das Programm durchführen sollte, musste dem IWF einen sofortigen Anstieg der Diskontsätze und noch weitere Massnahmen aus dem Arsenal der Reagonomics versprechen.› (Dimitrije Boarov, «A Brief Review of Anti-Inflation Programs. The Curse of Dead Programs», in: Vreme News Digest Agency, Nr. 29, 13. April 1992.) Und während der ganzen 80er Jahre verschrieben IWF und Weltbank Jugoslawien in regelmässigen Abständen weitere Dosen ihrer bitteren Medizin, während die Wirtschaft des Landes langsam ins Koma fiel.» (S. 283)

«Die Schocktherapie begann im Januar 1990 mit einer Sofortvereinbarung mit dem IWF und einem Strukturanpassungskredit der Weltbank. Obwohl die Inflation die Einkommen aufgezehrt hatte, ordnete der IWF die Einfrierung der Löhne auf dem Niveau von Mitte November 1989 an. Die Preise stiegen weiterhin ungehemmt, und die Reallöhne brachen in den ersten sechs Monaten von 1990 um 41 Prozent ein. (Vgl. Weltbank, Industrial Restructuring Study. Overview, Issues, and Strategy for Restructuring, Washington, D.C., Juni 1991, S. VIII.) Und die Staatseinnahmen, die als Transferzahlungen an die Republiken hätten gehen sollen, wurden stattdessen für den Schuldendienst Belgrads beim Pariser und Londoner Club verwendet. Mit einem Schlag hatten die Reformen den Zusammenbruch der jugoslawischen Haushaltsstruktur herbeigeführt und die föderalen politischen Institutionen tödlich getroffen.» (S. 284 f)

«Die Konkursprogramme der Weltbank in Osteuropa, die Bulgarien, Rumänien und Ungarn aufgezwungen wurden, sind exakte Kopien des Programms, das 1989 in Jugoslawien vorexerziert wurde. In Rumänien zielte das Konkursprogramm von 1991 darauf ab, 6’000 Staatsunternehmen durch Liquidation, Konkurs oder Privatisierung aufzulösen. Staatliche Subventionen wurden beseitigt, Währungsabwertung und Preisliberalisierung fachten die Inflation an; der Anstieg der Energiepreise und Zinsen verstärkte den wirtschaftlichen Niedergang. Nach Quellen der Weltbank wurde zwischen 1991 und 1994 etwa eine Million Arbeitnehmer entlassen, nachdem Bukarest das Konkursprogramm eingeführt hatte. … 17’000 ungarische Unternehmen gingen im Lauf der Jahre 1992 und 1993 in Liquidation, 5’000 wurden umstrukturiert. Auch hier war Massenarbeitslosigkeit die Folge. Die Weltbank räumt bereitwillig die ‹Härten› des Bankrottprogramms ein: ‹Die bulgarischen Privathaushalte mussten im allgemeinen grosse Einbussen ihres Einkommens und der Sozialleistungen hinnehmen. Einige Schlüsselindikatoren haben sich verschlechtert: Die Kindersterblichkeit ist gestiegen und die Lebenserwartung von Männern ist um zwei Jahre gefallen.› In Russland, wo die Lebenserwartungen von Männern in weniger als fünf Jahren von 64 auf 58 Jahre gesunken ist, schreibt die Weltbank diesen Trend wie beiläufig [lügnerisch, d. Red.] ‹einem ursächlichen Zusammenhang zwischen schlechteren Lebensbedingungen, Stress und Alkoholismus› zu. (Weltbank, From Plan to Market. World Development Report 1997, Washington, D.C., 1997, S. 91.)» (S. 286 f)

Brasilien im Januar 1999: Der Notenbankchef wurde ersetzt, Finanzminister Pedro Malan zum hochrangigen «Berater» mit dem IWF nach Washington entsandt. «Auf der Frühstücksliste standen der Quantum Hedgefonds-Spekulant Soros, der Vizepräsident von Citigroup, William Rhodes, Jon Corzine von Goldman Sachs und David Komansky von Merrill Lynch. (Vgl. Estado de São Paulo, 21. Jan. 1999.) (S. 348)…Mit der Forderung nach einer restriktiven Geldpolitik zielten die internationalen Finanzorganisationen in Washington in Abstimmung mit der Wall Street – wie immer – auch darauf ab, die industrielle Basis Brasiliens zu destabilisieren … und das Privatisierungsprogramm zu beschleunigen. Der Eckzins für Tagesgeld wurde auf Anweisung des IWF auf ungeheure 30 Prozent (p.a.) angehoben, was Kreditzinsen bei Geschäftsbanken von 50 bis 90 Prozent im Jahr bedeutete. (S. 349) Die Umschuldung der brasilianischen Auslandsschulden …war vom New York Banking Committee erzwungen worden. … Die vom IWF finanzierte Operation diente weitgehend dazu, Spekulanten in ihren tödlichen Überfällen zu bestärken. …rasch eine milliardenschwere Beute abzukassieren.» (S. 352)

«Sowohl die Wall Street als auch die internationalen Finanzinstitutionen in Washington wussten, dass eine Abwertung kurz bevorstand… Durch das IWF-Programm gewannen die Währungsspekulanten der Wall Street Zeit. Die Zentralbank war von IWF und Wall Street instruiert, so lange wie möglich dagegenzuhalten. Durch diese List war es leichter, den Reichtum des Landes zu plündern.» (S. 353)

Der IWF hat ca. 3000 t Gold (heute Fr. 48 Mio. pro t) und liegt damit an 3. Stelle der Welt. Die USA drucken Lastwagen voll US-Dollar. Der Wert des Goldes geht in die Höhe. Die Schweiz wird 10 Mrd. Fr. farbig bedrucktes Papier zurückbekommen auf dem verstorbene Präsidenten abgebildet sind. Was sich die Nationalräte wohl überlegt haben?