Historische Betrachtungen zur Religionsphilosophie und Weltpolitik

«Eben wollte ich den Einzahlungsschein ausfüllen», schrieb Marius Anton Stapfer, wohnhaft am Rägetenweg 4 in Zug. Doch «die Fügung wollte es, dass ich vorher noch den Leserbrief eines gewissen Walter Fischbacher durchlas.» (siehe hier).

«Was dieser Herr über Jesus Christus schreibt, ist ein gotteslästerliches Pamphlet. Zugleich eine Beleidigung nicht nur der Schweiz, sondern der 1,3 Mrd.1 Menschen, die an Jesus Christus, den Sohn Gottes, glauben und sich zu Ihm bekennen. Sie alle wären nach diesem Schreiberling Anhänger eines Schizophrenen! Das schlägt dem Fass den Boden aus.

Dieser arrogante Herr versteht offensichtlich gar nichts von Theologie und Philosophie, hält sich aber für intelligenter als all die grossen Naturwissenschaftler, die an Gott und Jesus Christus glauben. Welch ein Grössenwahn! Wenn Fischbacher nur das für wirklich hält, das er sieht und hört, dann kann er natürlich dem Denken nicht viel abgewinnen. Wo bleibt da der Unterschied zum Tier?

Jedem Menschen steht es frei zu glauben oder nicht zu glauben. Keiner aber hat das Recht, Gott und Gläubige lächerlich zu machen oder als schizophren zu bezeichnen.

Ich hoffe, dass auch Fischbacher diesen Jesus eines Tages als Realität kennen lernen wird. Vielleicht ist es dann zu spät.

Ihnen meine Damen und Herren muss ich aufgrund eines solchen Artikels mitteilen, dass ich Ihren Presseclub nicht mehr unterstützen kann. Ein solch blasphemisches Schreiben gehört nicht veröffentlicht, sondern dem Schreiberling zurückgeschickt oder noch besser im Papierkorb entsorgt zu werden! Darum streichen Sie meine Adresse!»

Die Adresse ist gestrichen, nicht aber ohne Stapfer zu antworten (siehe hier), denn sein Leserbrief und was dazu zu sagen ist, verdienen es, einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht zu werden.

Bevor Sie weiterlesen,
erfahren Sie hier die Meinung von Schweizer Bundesräten
und anderen prominenten Personen zum
Thema Religion.

Fischbachers Leserbrief dreht sich grösstenteils um das rationale Denken, das sich mit nachweisbaren Objekten auseinandersetzt und sich gegen das nicht rationale Denken (reine Gedankenbilder) abgrenzt. Stapfer aber verrät uns nicht, wieso nebst Fischbacher weitere 3,5 Mrd. Menschen nicht an Jesus Christus, sondern an andere metaphysische – d.h. übersinnliche, jenseits der Erfahrung und Erkenntnis liegende – Götter glauben. Fischbacher hat niemand lächerlich gemacht, sondern am Ende seiner zuvor gut dargelegten «Anti-Philosophie» auf die drei grossen Religionsgründer Moses bzw. Jesus, Buddha und Mohammed verwiesen und Mohammeds Koran – der nach Diktaten des Engels Gabriel geschrieben wurde – und das von Jesus bekannte Zitat «nur durch mich kommst du zum Vater» (theologisch: zu Gott), als Wahnideen2 bezeichnet. Hätte Fischbacher vom Teufel geschrieben, auch eine Wahnidee, hätte Stapfer wohl kaum widersprochen. Wahnideen werden psycho-medizinisch nun aber einmal der Schizophrenie zugeordnet.

In der kapitalistischen Welt ist unserer umerzogenen, von Hedonismus durchdrungenen Gesellschaft, leider das richtige Empfinden religiöser Wahrnehmung abhanden gekommen. Um es mit Goethe zu sagen: «Wo ist nun dein Gott? Allüberall, alles in allem, also auch in mir.» (Prof. Ludwig Fahrenkrog, «Die Germanische Glaubens-Gemeinschaft», Berlin 1920, S. 5) Oder Prof. Paul de Lagarde (1827–91), deutscher Kulturphilosoph und Orientalist: «Religion ist überall da, wo sie anerkanntermassen vorhanden ist, nicht Vorstellung von, nicht Gedanken über, sondern persönliche Beziehung des Frommen auf Gott, Leben mit ihm. Sie ist unbedingt Gegenwart.» (ebd.) Es erstaunt nicht, dass Lagarde als Antisemit galt und streitwütige Feinde hatte.

Das Wort «Gott» leitet sich etymologisch von «gut» ab, das Gute. Gut ist, was dem eigenen Volk und seiner Glaubensgemeinschaft zum Vorteile gereicht und seine Zukunft sichert, von Generation zu Generation. Dem Globalismus ist es mit Hilfe überstaatlicher Mächte und der Massenmedien gelungen, alles auf den Kopf zu stellen was den Völkern zu Nutze ist und Landesgrenzen (in der EU de facto nicht mehr existent) einzuebnen und Staatsvölker zu vermischen, damit eine Weltregierung errichtet werden kann, die zwangsläufig zu einer Weltdiktatur führen muss.

Wie oben erwähnt, ist in den Evangelien «Vater» das Synonym für Gott. In einem wissenschaftlichen Werk von 2200 Buchseiten führt Dr. Dr. Erich Bromme den Nachweis, dass Jesus Christus Führer der Essener Geheimorganisation war, welche die römischen Besatzer vertreiben wollte. Über Jesus selbst thronte der aus Geheimhaltungsgründen gegen Aussen unsichtbar gebliebene oberste Befehlsgewaltige des Essener Zentrums in Qumran, «sein Vater». Bromme schreibt:

«Wollen wir Klarheit darüber gewinnen, wer und was ‹Christen› im ursprünglichen Sinne sind, dann müssen wir uns unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse3 etwas näher mit den politischen und – vermeintlich – ‹religiösen› Verhältnissen zur Lebenszeit Jesu befassen. Hauptproblem dabei ist der – missverstandene – ‹Neue Bund›, den ursprünglich König David der Bevölkerung seines Königreichs, der vormaligen persischen Reichsprovinz Kanaan, unmittelbar nach dem von Alexander d. Gr. unterstützten Staatsstreich zu Beginn des Mondneujahrs -332 [vor d. Ztw.] aufzwang, dann aber auch von den Essenern zur Kennzeichnung ihrer Geheimorganisation, deren Hauptsitz in Qumran war, verwendet und schliesslich von den ‹Christen› mit letztlich metaphysischer Sinngebung für sich in Anspruch genommen wurde.» (Bromme «Untergang des Christentums», Bd. IV, S. 30).

«Eine offene Propagierung und Werbung für ihre romfeindlichen Pläne wäre damals unmöglich gewesen. Sie waren bei allen Bemühungen, eine grosse Anzahl Anhänger zu gewinnen, auf unbedingte Geheimhaltung und strikte Verschwiegenheit ihrer Mitglieder angewiesen, die sich nur durch Gelübde und harte Strafen für Übertretungen der Gemeinschaftsordnung erreichen liessen. Daraus erklären sich sowohl der hierarchische Aufbau und die strenge Internatsordnung in Qumran als auch das vorgeschriebene Verhalten der Mitglieder untereinander und gegen Aussenstehende, wobei die stark betonte humanitäre Seite als Schutzschild gegen Verdacht und Aufdeckung ihrer Bestrebungen entwickelt worden zu sein scheint. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, wenn die Verwirklichung der politischen Vorhaben Aussicht auf Erfolg haben sollte.

Es hatten also Mittel und Wege gefunden werden müssen, die im ganzen Lande verstreut wohnenden Essener zusammenzuhalten, zu organisieren, zu informieren und zuverlässig zu überwachen, aber auch von ihnen rasch zweckdienliche Nachrichten usw. zu erhalten. Da diese Gemeinschaft hinsichtlich der geplanten Beseitigung der Römerherrschaft und der nationalen Veränderungen situationsbedingt eine Geheimorganisation war, die ihre Absichten bis zum Eintritt einer günstigen Situation, d. h. notfalls viele Jahre hindurch, verbergen, trotzdem aber bei allen Angehörigen das tragende und verbindende Gedankengut lebendig erhalten und zur Erhöhung der Stärke neue Mitglieder damit werben musste, ergibt sich, wenn wir die wiedergegebenen Stellen auf das ihnen Gemeinsame prüfen, fast zwangsläufig, dass das aus der Römerfeindschaft erwachsene und zum Prinzip erhobene sowie Ziel und Handeln bestimmende Denken der gemeinte unsichtbare, in der Gemeinschaft speziell gepflegte und daher allgegenwärtige ‹heilige Geist› [=Römerhass] gewesen sein muss. Er stellt tatsächlich den gemeinsamen Nenner aller diesbezüglichen biblischen Aussagen dar. Obwohl der grösste Teil der Bevölkerung unterschiedlich starke Abneigung gegen die römische Fremdherrschaft und ihre einheimischen Parteigänger empfand, so waren es doch nicht die vielen Einzelpersonen, die sich zu einer Organisation und gemeinsamem Handeln zusammengefunden hätten, sondern ganz eindeutig das Oberhaupt der Essener in Qumran [Jesu’s «Vater»], das uns überall als Urheber, Organisator, treibende Kraft und Motor für die auf das politische Ziel gerichteten Entscheidungen und Massnahmen entgegentritt» (Ebd., Bd. IV, S. 106 f).

Mit obiger Darlegung ermöglicht Bromme eine allgemeine Orientierung über die damals herrschenden politischen Begebenheiten und Optionen zur Erringung eines «Königreichs Israel». Die Beweisführung selbst wird durch Zitieren und Entallegorisieren von Bibelversen (Entschlüsselung von Sinnbildlichem in das Wirkliche), die zu schlüssigen Beweisen führen, erbracht. Die Beweisführung geht oft über mehrere Seiten. Dasselbe zu tun ist hier aus Platzgründen nicht möglich.

Für Interessierte kurz zusammengefasst sei gesagt, dass nach der politischen Unabhängigkeit des Landes mit Waffengewalt ein späterer König, gleichbedeutend mit Messias (hebräisch), Christos (auch Chrestos; griechisch) und Christus (lateinisch) gleicherweise «der Gesalbte» aus den eigenen Reihen eingesetzt werden sollte, der dem «Gott» und «Vater» genannten Vorsteher der Essener als politischem und militärischem Oberherrn im eigenen «Königreich Israel» unterstehen sollte. Doch es sollte nicht so weit kommen: Das abrupte Scheitern des Esseneraufstandes infolge der Gefangennahme Jesu bei Gethsemane am Ölberg in der Nacht vom 17. zum 18. April +29 (nach d. Ztw.) und die «Ausgiessung des heiligen Geistes» [= Römerhass] (Apg. 2,1–4) stellen die beiden Trennungslinien dar, die, falls die biblischen Zeitangaben richtig sind, einen Übergangszeitraum von 52 Tagen einschliessen, in dem Jesus nicht nur von der öffentlichen politischen Bühne abtrat und für den Rest seines Lebens nach Qumran zurückkehrte (= «Himmelfahrt»), von wo aus er die «Apostel», wie die Apostelgeschichte des Lukas belegt, tatkräftig unterstützte, sondern auch die dortige oberste Führung die Lehre aus dem Fehlschlag zog und in ihren Plänen, die sie deshalb keineswegs aufgab, von national auf international umschaltete.» (Zusammengetragen aus Brommes Bd. IV, S. 20 und 55–57.)

Brommes Werk wird von jenen die Kenntnis davon haben, geheimgehalten, weil durch seine Offenlegung Millionen Theologen und Historiker brotlos würden. Das Christentum war nicht der Urglaube der Europäer bzw. des Germanentums – mit der geographisch grössten Ausbreitung der europäischen Völker –, zu dem auch die aus Schwaben, Elsässern und Deutsch-Schweizern bestehenden Alemannen gehören, sondern er ist durch jüdische Missionseiferer, die zwölf Apostel, wie ein Krankheitserreger in unsere abendländischen Kulturen eingedrungen. Jene, welche die christliche Religion nicht annehmen wollten, wurden verfolgt und zu Tausenden umgebracht.

Als Erich Ludendorff (1865–1937) einen bekannten Geschichtsforscher bat, die erste wirklich taugliche Geschichte über die überstaatlichen Mächte zu schreiben, «wenn anders nicht die Historiker an erster Stelle unter die Irrlehrer und Täuscher des Volkes gehören wollten.» Da gab ihm der Gefragte zur Antwort: «Ich nenne nur die Bibel, ein furchtbares Geschichtsbuch, sie ist als solches und nicht als ‹Religionsbuch› zu lesen. Was damals geschah, geschieht auch heute noch. Das biblische Gesetz gilt heute noch!» (Ludendorff, in «Kriegshetze und Völkermorden», München 1935, S. 13). Ludendorff war General, Politiker und Reichstagsabgeordneter. Wegen seiner Betätigung in der «völkischen Bewegung» und Kritik an den «überstaatlichen Mächten» (Jesuitenorden, «Rom-Kirche», Freimaurerei, mit ihrem gemeinsamen letztendlichen Ziel «der Weltherrschaft») wird er von seinen Gegnern (bis heute!) als antisemitisch-rassistisch verleumdet und stark angefeindet. Heute wissen wir, dass Ludendorffs «Verschwörungstheorie», so die gleichgeschaltete Presse, berechtigt war. Jene, welche heute Obamas militärische Interventionspolitik gegen Syrien, Iran, Russland und China bestimmen, lassen keine andere Meinung aufkommen.

Von Dr. Martin Luther erschien 1543 die Schrift «Die Jüden und ihre Lügen». Luther kritisierte den «christlichen Katholizismus» scharf, jedoch konnte ihm das Ganze, nämlich eines für Europa zum Verhängnis werdenden Bibelglaubens der Sühnebereitschaft – «wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.» (Mt. 5,39, Lk. 6,29) – noch nicht klar bewusst geworden sein. Aus dem einfachen Grunde nämlich, weil der christliche Katholizismus und nach der Reformation auch der christliche Protestantismus europaweit noch intakt waren, die nach der Französischen Revolution 1798 kommenden grossen Völkerkriege Europas aber noch nicht stattgefunden hatten (1870/81 Deutsch-Französischer Krieg, 1803–15 die Napoleonischen Kriege, 1914–1918 der Erste Weltkrieg). Doch dann wurde alles anders, wie Erich Ludendorff bezeugt:

«In Europa endlich hat die Todesnot des Deutschen Volkes im Weltkriege und die Todesnot des Gotterlebens der Deutschen Seele durch Christenlehre und materialistischen Irrwahn das Rasseerwachen der Deutschen gezeitigt. Die Deutschen sind sich ihrer Eigenart selbst bewusst geworden. Sie streben nach rassischer Gesundung und Entfaltung ihrer Kräfte im Gegensatz zu Juda und Rom. Ich zeigte überdies mit meiner Frau [Mathilde] den Deutschen und allen Völkern die Gefahren, die von diesen beiden überstaatlichen Mächten für die Völker durch ihre Wege und ihr Zielstreben im Namen ihres Gottes ausgehen. Ja meine Frau krönte das Rasseerwachen durch ihre Schrift ‹Arteigenes Gotterkennen›.» (Ludendorff ebd., S. 168)

1933 entstand eine deutsche religiöse Bewegung, die in ihrem vom Volkstum bestimmten Glauben den Gegensatz zum Christentum stark hervorhob und die Forderung nach einer völkischen oder arteigenen Frömmigkeit erhoben. Für Mathilde Ludendorff waren die Begriffe Seele, Rasse und Religion Leitideen der arteigenen «Gotterkenntnis». Wie alles, was Deutsch und zugleich gegen die von jüdischen Aposteln importierte Religiosität der Bibel war, handelte auch sie sich den Vorwurf des Antisemitismus ein, von dem sie bei anderen Vordenkern und Rassentheoretiker Anleihen aufgenommen habe, hiess es. Wie der Schweizer Psychiater C. G. Jung sah auch sie das kollektiv Unbewusste als archaisches, angeborenes und nicht erlerntes überindividuelle Erbgut der Psyche an. Darum muss Europa heute mit Fremden überflutet, die Andersgläubigen integriert und mit uns vermischt werden! Durch alle Böden hindurch, aufgrund eines nirgends definierten «Völkerrechts». Mit dem Aufzwingen einer fremden Glaubenslehre begann der entscheidende Angriff der überstaatlichen Mächte auf die souveränen Volksstaaten, schrieb Ludendorff. (ebd. S. 3)

Lukas, Matthäus und Markus unterscheiden sich in mehreren Aussagen, was Verhör und Kreuzigung Jesus betrifft. Hier nur ein Beispiel: Nach Matthäus und Markus wurde das Verhör bereits in der Nacht vor Kaiphas durchgeführt und die Versammelten sollen am frühen Morgen ein zweites Mal zusammengekommen sein, um Jesus «dem Landpfleger Pontius Pilatus zu überantworten» (Mt. 27,1; Mk. 15,1). Lukas kennt nur eine Beratung «als es Tag ward» (Lk. 22,66). (Erich Bromme, Bd. IV, S. 449, Zusammenfassung.) Interessanter ist die Frage, ob Jesus am Kreuze starb. Schauen wir uns die Bibeltexte an und vergleichen wir diese. Eine genaue Bibelanalyse ergibt folgenden Tatbestand:

«Was die Kreuzabnahme angeht, so besteht kein Zweifel darüber, wer sie vornahm. Alle Autoren nennen Joseph von Arimathia, zu dessen Charakterisierung jeder etwas anderes beiträgt. Er sei ein reicher, guter und frommer Mann und ein ehrbarer Ratsherr gewesen, der einerseits dem Vorgehen der Hohenpriester und des Sanhedrins gegen Jesus nicht zugestimmt hätte (Lk. 23,50f) und andererseits ein heimlicher Jünger Jesu war (Mt. 25,57), ‹der auch auf das Reich Gottes wartete› (Mk. 15,43; Lk. 23,51). Da wir unter dem ‹Reich Gottes› auch hier das geplante neue Königreich Israel des Esseneroberhaupts, dessentwegen der Aufstand unternommen worden war, zu verstehen haben, muss Joseph Mitglied des Essenerordens gewesen sein. Das ist insofern bedeutsam, als er bei der Kreuzabnahme und Grablegung die Rolle der nächsten Verwandten übernahm, von denen keiner, somit auch nicht seine Mutter, in Jerusalem anwesend war.

Dieser Joseph von Arimathia erbat von dem über den so schnellen Tod erstaunten Pilatus dessen Leib, den er auch, nachdem er den Hauptmann der Kreuzwache zu sich befohlen und den Sachverhalt gehört hatte, erhielt.

Es ist undenkbar, dass Joseph Jesus allein vom Kreuze abnahm und ins Grab legte. Er muss Helfer gehabt haben, doch wieviel es waren und wie sie hiessen, erfahren wir nicht. –

Interessierte bisher im allgemeinen, wie lange es von der Kreuzigung bis zum Scheintode dauerte, so möchten wir nun wissen, wie lange Jesus insgesamt bis zur Abnahme am Kreuze hing. Folgen wir Markus, dann begann die Kreuzigung ‹um die dritte Stunde› (15,25), während nach Johannes ‹um die sechste Stunde› erst die Verurteilung erfolgte (19,14). Einig sind sich die Evangelisten darüber, dass er ‹um die neunte Stunde verschied› (Mt. 27,46.50; Mk. 15,34.37; Lk. 23,44.46), woraus sich im ersten Falle sechs, im anderen aber höchstens drei Stunden errechnen lassen.

Die Kreuzabnahme erfolgt aber nicht sofort. Joseph von Arimathia kam erst am Abend, ging dann zu Pilatus, der wieder den Hauptmann kommen liess und befragte, kaufte anschliessen eine Leinwand und nahm schliesslich Jesus ab, um ihn in diese Leinwand zu wickeln und ins Grab zu legen, was – nach Lk. 23,54 zu urteilen – kurz vor Sonnenuntergang, mit dem der Sabbat begann, geschehen war. Daraus ergibt sich, wenn wir von der Kreuzabnahme bis zur Grablegung, die, wie schon gesagt, Joseph nicht allein bewältigt haben kann, eine Stunde und für das Ende des Rüsttages [siehe Joh. 19,31] nach Ortszeit 10 Uhr ansetzen, dann müsste Jesus mindestens neun Stunden am Kreuz geblieben sein. Doch zunächst müssen wir noch offen lassen, an welchem Tag jenes Passahfest, der gleichzeitig der fragliche Rüsttag war, begann, da erst dann genau der Sonnenuntergang, mit dem eben der Sabbat seinen Anfang nahm, festgestellt zu werden vermag. –

Über Jesus Verbringung in ein neues, in den Fels gehauenes Grab, welches nur Matthäus – allerdings nicht ganz glaubwürdig – als das eigene Josephs bezeichnet (27,60), bestehen keine Unklarheiten, auch nicht darüber, dass ‹Maria Magdalena und Maria, die Mutter Joses›4, bei der Grablegung anwesend waren (Mk. 15,47; Mt. 27,61; Lk. 23,55), das Grab beschauten und zusahen, ‹wie sein Leib gelegt ward› (Lk. aaO.). Während nun aber die drei Evangelisten einheitlich von keinem Helfer wissen und nur von einer ‹reinen Leinwand› ohne weitere Zutaten sprechen, teilt wiederum Johannes Einzelheiten, insbesondere die Namen Nikodemus, mit, die den anderen unbekannt sind. Ihn wegen seiner erwiesenen Unglaubwürdigkeit kurzerhand zu übergehen, erscheint diesmal nicht angebracht, da die katholische Kirche die seiner Phantasie entstammenden Dinge als Reliquien besitzt. Nicht nur, dass er plötzlich einen Nikodemus mit ‹bei hundert Pfund Myrrhe und Aloe› (19,39) auftauchen lässt, wovon die Evangelien ebenfalls nichts wissen, er spricht auch von ‹leinenen Tüchern›, auf die näher bei der ‹Auferstehung› einzugehen sein wird. –

Mattäus berichtet im Anschluss an die Darstellung der Grablegung als einziger von einer Begebenheit, die sich am ‹anderen Tag, der da folgte nach dem Rüsttage›, zugetragen haben solle, am Sabbat also, wobei es allerdings verwundert, dass dieser nicht direkt genannt wurde, zumal er der einzige Tag der Woche war, der damals einen Namen besass. In seinem Verlauf – die Zeit wird nicht mitgeteilt – seien die Hohenpriester und Pharisäer (Mt. 27, Vers 62) zu Pilatus gegangen, um ihn um eine Grabwache ‹bis zum dritten Tag› zu bitten, ‹auf dass nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen dem Volk (= der Bevölkerung): ‹Er sei auferstanden von den Toten› (V. 64), da ‹dieser Verführer› zu Lebzeiten erklärt habe, ‹nach drei Tagen auferstehen› zu wollen (V 63), und dadurch ‹der letzte Betrug ärger denn der erste werde› (V. 64). Pilatus stellte ihnen ‹die Hüter›, die nach ihren Anweisungen das Grab bewachten und es fest mit dem Stein verschlossen (‹versiegelten›; V. 65, 66), die ihren Dienst aber, wie aus dem folgenden Kapitel geschlossen werden darf, nur tagsüber versahen.

Abgesehen davon, dass diese Absicht, nach drei Tagen auferstehen zu wollen, zur üblichen Rückschauprophetie gehört, die etwas zum Aussagezeitpunkt noch gar nicht Bekanntes voraussagen lässt, und somit auch die Hohenpriester und Pharisäer nichts davon wissen konnten, ihnen also die Begründung untergeschoben worden sein muss, stellt sich die Frage, was Matthäus mit ‹und werde der letzte Betrug ärger denn der erste› (V. 64) aussagen wollte.

Zunächst geht daraus unmissverständlich hervor, dass es der zweite Betrug sein werde, wenn die Jünger Jesus aus dem Grabe holen und dem Volk erklären würden, er sei von den Toten auferstanden. Dann müssen logischerweise die Vorgänge, die zu einer so schnellen Kreuzabnahme und Grablegung führten, der erste Betrug gewesen sein. Hatten wir in dem dargelegten ‹Essig› schon ein starkes Betäubungsmittel vermutet, durch das Jesus in eine tiefe Ohnmacht fiel, so finden wir die Bestätigung dafür, was gleichzeitig ein Wirken der Essenerführung offenbart, die Mittel besass und Wege kannte, Jesus das Leben zu retten. War der ‹Tod am Kreuz› nur ein Scheintod und damit die Darstellung als Tod eine offenbar bewusste Lüge, dann war auch das Erwachen aus dieser tiefen Ohnmacht keine ‹Auferstehung› im heute verstandenen Sinne, sondern ein Aufwachen und damit ein medizinisch leicht erklärbarer Vorgang, und seine Darstellung als ein ‹Auferstehen von den Toten› stellt tatsächlich einen grösseren Betrug als den ersten dar.

Dieser Vers 64 bringt uns die indirekten Beweise, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist und deshalb auch nicht ‹von den Toten auferstanden› sein kann. Stellen aber Kreuzestod und Auferstehung Jesu, die das Fundament des Christentums bilden, Unwahrheiten dar, die sogar von einem Evangelisten als Betrug bezeichnet werden, dann beruht das ganze Christentum auf Lüge und Betrug, und man ist entsetzt, was alles in seinem Namen geschaffen, entstanden, getan, gedacht, gefordert, erzwungen und zumeist mit brutalsten Mitteln und grausamsten Methoden aufgezwungen und, wenn wir an die Ketzer- und Hexenverfolgungen und ‑verbrennungen denken, verbrochen wurde. Nehmen wir noch die Phantastereien des Johannes, die keinen Wahrheitswert besitzen, und die Tatsache, dass Jesus kein Religionsstifter, sondern der Führer des längsten Esseneraufstands gegen die Römerherrschaft war, hinzu, dann fällt es niemand mehr schwer, selbst die Qualität des christlichen Glaubensgutes, der auf dieser gegründeten ‹Religion› und die Daseinsberechtigung der Kirchen abzuschätzen. Wir gehen deshalb keineswegs fehl, wenn wir jenes als ein heiliggesprochenes Phantasieprodukt bezeichnen, von dem her das ganze Christentum beurteilt werden muss.» (Erich Bromme, «Untergang des Christentums», Bd. IV, S. 484–486) £


Fussnoten

1

Die Weltbevölkerung betrug im Jahr 2007 6,662 Mrd. Menschen (im Jahr 2013 schon 7,190 Mrd.). Auf dem Stand von 2007 hatte die Weltbevölkerung folgende Religionsanteile: Christen 2067 (31,04 %), Moslems 1477 (22,17 %), Hindus 886 (13,3 %), Buddhisten 370 (5,56 %), Atheisten 1083 (16,26 %), China traditionell 388 (5,82 %), andere 390 (5,85%).
     Die Moslems sind die schnellst wachsende Bevölkerungsgruppe, die in den nächsten 20 Jahren um 30 % wachsen wird, während der abendländische Nachwuchs der weissen Völker Mitteleuropas abgetrieben wird und kinderlose Schwulen-Ehen zur Normalität gehören.

 

2

Wahnideen gelten medizinisch als Schizophrenie. «Schizo» griech. bedeutet soviel wie «ich spalte». Auch «phron» kommt aus dem Griechischen und bedeutet «der Geist». Die meisten nehmen ihre Wahnvorstellungen nicht wahr, da ihnen diese nicht bewusst sind. Schizophrenie gehört zum Fachgebiet der Medizin und Psychiatrie. Streng genommen zählen Religionen nicht zu den Wahnvorstellungen (Schizophrenie), sondern gelten als Normalzustand, weil sich die grosse Mehrheit der Weltbevölkerung Vorstellungen hingibt, wie z. B. der Glaube an den Teufel, an Ausserirdische im Erdbereich, an UFOs, im Mittelalter an Hexen usw.

 

3

Eindeutige Hinweise auf die Organisation der Essener «Schattenregierung» brachten die in mehreren Höhlen wiedergefundenen Handschriften und Goldmünzen seit den 1954 durchgeführten Ausgrabungen der Qumran-Ruine. (Bromme Bd. IV, S. 96 mit Quellenhinweis auf Maier/Schubert, S. 25ff.)

 

4

Nach unserer Meinung vermutlich ein Schreibfehler in der Luther-Bibel in Mk. 6,3; 15,39; 15,46alt bzw. 15,47neu, vgl. Mt. 13,55; seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas. (47neu weil in einer späteren Ausgabe Vers 28 hinzugefügt wurde.)