Bedroht Präsident Putin den Weltfrieden?

Zbigniew Brzezinski ist politischer Ratgeber Obamas und früherer US-Präsidenten. Er steht in der Gunst Rockefellers und somit der Welthochfinanz. In seinem Buch «Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft» schrieb er 1997:

«Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre blosse Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden. Auch China würde sich angesichts seines zunehmenden Interessens an den dortigen neuerdings unabhängigen Staaten voraussichtlich jeder Neuauflage einer russischen Vorherrschaft über Zentralasien widersetzen. Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Mio. Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden. Verlöre die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so hätte das unmittelbare Folgen für Mitteleuropa und würde Polen zu einem geopolitischen Angelpunkt an der Ostgrenze eines vereinten Europas werden lassen. […] Amerikas zentrales geostrategisches Ziel in Europa lässt sich also ganz einfach zusammenfassen: durch eine glaubwürdigere transatlantische Partnerschaft muss der Brückenkopf der USA auf dem eurasischen Kontinent so gefestigt werden, dass ein wachsendes Europa ein brauchbares Sprungbrett werden kann, von dem aus sich eine internationale Ordnung der Demokratie und Zusammenarbeit nach Eurasien hinein ausbreiten lässt. […] Die Staaten, die Amerikas stärkste geopolitische Unterstützung verdienen, sind Aserbaidschan, Usbekistan und (ausserhalb dieser Region) die Ukraine, da alle drei geopolitische Dreh- und Angelpunkte darstellen. Die Rolle Kiews bestätigt fraglos die These, dass die Ukraine der kritische Punkt ist, wenn es um Russlands eigene künftige Entwicklung geht.»

Bezeichnend für Brzezinzkis Hochfinanz-Hörigkeit gegenüber der Federal Reserve (Fed) ist sein Bericht als Sicherheitsberater von und an Jimmy Carter:

«…eine internationale Kooperation ist bereits erreicht, doch weitere Fortschritte werden amerikanische Opfer verlangen. Weitere intensive Anstrengungen zur Schaffung einer neuen monetären Weltordnung müssen unternommen werden…»*

Jetzt wissen wir aus berufenem Munde, dass die Unabhängigkeit der Ukraine der geopolitischen US-Strategie auf dem Weg zur einzigen Weltmacht hinderlich ist. Daher die Ukraine in die EU, in die Nato (?) und ballistische Raketen an die Grenzen Russlands. «Freie Fahrt für die US-Hochfinanz» wohin auch immer. Jederzeit mit Sanktionsdrohungen gegen Spielverderber (Schurkenstaaten) und mit der Atombombe hinter dem Rücken. Musste dafür der rechtsmässig gewählte Präsident Janukowitsch gestürzt und auf dem Maidan eine blutige Revolution inszeniert werden?

Putin am 29.3.2014: «Lasst uns nicht vergessen, dass die USA das einzige Land der Welt ist, das Atomwaffen eingesetzt hat. Und zwar gegen einen nicht atomar bewaffneten Staat, gegen Japan. Haben wir alle diese Tatsache einfach aus dem Gedächtnis wegradiert? Nein! Und das dürfen wir auch niemals tun.»

Auf dem Weltnetz wird das Fischer Taschenbuch von Brzezinski «Die einzige Weltmacht» (1997) vom Online-Buchverlag Amazon gebraucht für «nur» 250 Euro angeboten. In diesem Taschenbuch hat US-Hochfinanzberater Brzezinski vor rund 15 Jahren, die heutige Wirklichkeit des Ukraine-Konflikts vorweggenommen.


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Zbigniew Brzezinzki: in «Between Two Ages: America’s Role in the Technotronic Era (Westport, Connecticut: Greenwood Press, 1970), S. 300