Nachahmenswerter Rassismus

Andrea Kinkel ist die Tochter des bekannten deutschen Ex. Aussenministers Dr. jur. Klaus Kinkel (69). Kinkel gehörte 2000 dem Board-of-Governor der Universität Haifa an. Dieses Amt sei Kinkel nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch ein familiäres Anliegen gewesen: Seine Tochter ist mit einem Israeli verheiratet.1

Das «rassistische, marxistische Israel»2 hat sich die nationalsozialistischen Deutschen Rassengesetze angeeignet, und setzt diese seit 1948 rigoros durch. Die von Israel gehandhabte Einwanderungs- und Niederlassungsbewilligung lassen keinen Zweifel daran. So fiel es Ex-Ministerpräsidenten Ehud Barak leicht zu erklären: «Wir werden keinem palästinensischen Flüchtling die Rückkehr nach Israel erlauben… Ich ziehe ein kleineres, aber homogeneres Israel vor, das seiner Identität und seinen Werten treu bleibt.»3 In Israel werden eingewanderten Juden sogar Bluttests unterzogen, um ihre jüdische Blutlinie mit einem DNA-Test zu ermitteln. Unreine Juden werden deportiert: «Neuen Ärger gab es, nachdem bekannt wurde, dass das Innenministerium Immigranten aus der ehemaligen Sowjetunion aufforderte, sich DNA-Tests zu unterziehen, um ihre jüdische Abstammung zu überprüfen. Die renommierte israelische Tageszeitung Ha’aretz erwähnte Dutzende von neuen Immigranten, die bereits aufgefordert worden sind, sich diesen Tests zu unterziehen. Jene, die sich weigerten, laufen Gefahr deportiert zu werden.»4

Bestes Beispiel dafür, dass die Juden mehr Rasse- als Religionsgemeinschaft sind, zeigt der Fall Kinkel. Mit einer rassebezogenen Feststellung begründete das israelische Innenministerium die Verweigerung der israelischen Staatsbürgerschaft für die Tochter von Ex-Aussenminister Klaus Kinkel. Das Ministerium unterstrich: Kinkels Tochter sei keine richtige Jüdin, sondern Deutsche, weshalb sie nicht Israelin werden könne. Andrea Kinkel heiratete den Juden Ofir Tuval. In den USA trat sie in der naiven Annahme zum Judentum über, sie könne mit der Konvertierung zum Judentum gleichzeitig die jüdische, also die israelische Nationalität annehmen. Als sie dann mit ihrem jüdischen Ehemann in Israel leben wollte und deshalb um die israelische Staatsbürgerschaft nachsuchte, passierte folgendes: Sie beantwortete die Frage nach ihrer Nationalität mit «jüdisch». Da nur Abstammungsjuden, nicht aber Glaubensjuden ein Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft haben, muss die Tochter von Klaus Kinkel, der zu jenem Zeitpunkt noch BRD-Aussenminister war, folgendes zur Kenntnis nehmen:

«Das israelische Innenministerium entschied nach einem Bericht der israelischen Zeitung Jedioth Achronoth, ihre in den USA erfolgte Konvertierung zum Judentum nicht anzuerkennen. Andrea Kinkel ist seit jener Zeit mit dem Israeli Ofir Tuval verheiratet. Nach Angaben des Blattes schickte das Innenministerium die Unterlagen, in denen Andrea Kinkel um die israelische Staatsbürgerschaft nachsuchte, korrigiert zurück. Kinkels Eintrag «jüdisch» unter der Rubrik Nationalität war in «deutsch» geändert worden.»5

Judenführer Spiegel bestätigte, dass die Zugehörigkeit zum Judentum nur auf der Grundlage der Blutabstammung anerkannt wird: «Osteuropäer mit jüdischen Vätern seien keine Juden, und Nichtjuden hätten nichts in jüdischen Gemeinden zu suchen. Sie würden im übrigen auch nicht von ihnen integriert.»6


Fussnoten

1

Newsletter Haifa, 2/2001

 

2

Jack Bernstein «Das Leben eines amerikanischen Juden im rassistischen, marxistischen Israel», Lühe-Verlag, Postfach 1064, D-24389 Süderbrarup, 1984, ISBN 3-926328-20-7

 

3

Spiegel, 38/1999, S. 229

 

4

Jewish Chronicle, London, 10.7.1998, S. 3)

 

5

Süddeutsche Zeitung, 3.8.1998, S. 10

 

6

Süddeutsche Zeitung, 4.8.2001, S. 5