Wie die Hochfinanz
den Zweiten Weltkrieg entfesselte

Dieser Bericht stimmt mit den langjährigen Erkenntnissen überein die der Verfasser aus der Literatur bis zurück an den Anfang des letzten Jahrhunderts zusammengetragen hat. Besonders den Berichten, die noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden sind, kommt heute besondere Bedeutung zu, weil damals noch ohne Sachzwänge der Massenmedien, auch der Television, die uns die sogenannte «politische Korrektheit» aufoktroyiert haben, freier und ungebundener berichtet werden konnte. Nachfolgend viele Auszüge aus dem Buch «Der masslose Kontinent» von Giselher Wirsing (*1907 – †1975). Unnötig, zu erwähnen, dass in der heutigen Zeit auch Wirsing der «politischen Korrektheit» zum Opfer gefallen ist. Wer sich eingehend mit der politischen Zeitgeschichte seit Anfang des 20. Jh., besonders nach 1945 befasst hat, überrascht das nicht: Wer heute von der vorgegebenen Hauptberichtslinie abweicht, gilt entweder als Rechtsextrem, als Antisemit oder als Verschwörungstheoretiker. Auch der geschichtskritische deutsche Historiker und Philosoph Ernst Nolte (*1923), der in seinem 2009 erschienenen Buch «Islamismus als ‹Widerstandsbewegung›» den Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Huseini, als loyalen Verbündeten Hitlers beschrieb, weil der Mufti hoffte, dass Hitler ihm beim Kampf gegen die Juden helfen würde, die sich in Jerusalem ansiedelten, empfing von den links-rot-grünen Gesinnungswächtern herbe Kritik nach dem Dogma: Die ganze Welt ist gut, nur Hitler-Deutschland war schlecht. Desgleichen wird der US-amerikanische Historiker David L. Hoggan (*1923 – †1988), bekannt durch seine Bücher «Der unnötige Krieg» und «Der erzwungene Krieg», negativ beurteilt. Er würde die Kriegsschuld Hitler-Deutschlands bestreiten. An solchen Aussagen zeigt sich das psychisch deformierte Denken der heutigen Mainstream-Journaille. Erstens liefert Hoggan zu allem was er schreibt nachprüfbare Fakten. Und wichtiger noch: Welches Interesse soll der Amerikaner am Bestreiten der Kriegsschuld Hitler-Deutschlands gehabt haben? Auf Grundlage von Zeitungsberichten, Radiosendungen, dem tatsächlichen Tagesgeschehen und eigener Recherchen schrieb Giselher Wirsing, ein studierter Nationalökonom (Dr. rer. pol.), nachdem er 1930 und 1938 längere Reisen durch die USA unternommen hatte, von der Entfesselung des Krieges. Seine Erkenntnisse fanden ihren Niederschlag in seinem Hauptwerk «Der masslose Kontinent» …

«Der masslose Kontinent»*

Der Aufstieg der Plutokratie in den USA, ihr Hintergrund und ihr Streben nach Krieg und Weltherrschaft während der Regierung Roosevelts

aus dem wir hier auszugsweise zitieren: Nach der weltweit beachteten Kriegsankündigung im britischen Daily Express vom 24. März 1933 «Judea Declare War on Germany» [«Judäa erklärt Deutschland den Krieg»] und «Boykott deutscher Güter» schrieb Erich Schwarzburg wenig später eine Broschüre mit dem Titel «Die jüdische Kriegshetze in den USA zwischen 1933 und 1944». Dass sein erstes Kapitel mit «Das Judentum schaltet die Vereinigten Staaten in die europäische Kriegspolitik gegen Deutschland ein» überschrieben ist, überrascht nach der Ankündigung im Daily Express nicht.

Nachdem das Deutsche Reich den Zweiten Weltkrieg gegen 28 Staaten (!), die ihm den Krieg erklärt hatten, verlor – sollten wir uns nicht wundern, dass alle Berichte nach 1945 mit einseitigem, grossenteils verlogenem Blickwinkel kommentiert werden. Der Mehrheit der 28 Staaten muss zugutegehalten werden, dass deren Kriegserklärung nur durch amerikanische Einflussnahme zustandgekommen war. Die vier Hauptalliierten gegen die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan waren Frankreich, das Vereinigte Königreich (Grossbritannien), die Sowjetunion und die Vereinigte Staaten von Amerika.

Die euphemistisch verzerrte Kriegsberichterstattung zeigt sich uns schon daran, dass ge­schrieben wird, Deutschland habe Polen ohne Kriegsankündigung überfallen. Als ob es nach der polnischen Generalmobilmachung Ende August 1939 (was einer Kriegserklärung gleich­kommt) und seiner in Warschau verbreiteten Kriegspropaganda «Durchmarsch bis Berlin», von Deutschland noch einer Kriegserklärung bedurft hätte.

Wirsings Betrachtungsweise des masslosen Kontinents bestätigt sich heute durch die Nato-Ausweitung von der europäischen Ostgrenze rund 1000 km über die Ukraine hinweg bis an die russische Grenze und die damit provozierte Kriegsdrohung von neuem. Und die von den US-Medien dominierte Weltpresse von den europäischen Medien grösstenteils übernommene einseitige Berichterstattung auch.

Wer der Meinung ist, hier werde übertrieben oder einseitig berichtet, ja sogar Ver­schwö­rungstheorien verbreitet, der möge von folgendem Bericht von Chaim Weizmann, dem Prä­si­denten des jüdischen Weltkongresses, in seiner Rede vom 8. Dezember 1942 vor dem Zio­ni­sti­schen Weltkongress in Neu York, Kenntnis nehmen:

«Wir leugnen es nicht und haben keine Furcht die Wahrheit zu bekennen, dass dieser Krieg unser Krieg ist und zur Befreiung des Judentums geführt wird. Selbst wenn wir nicht auf dem Schlachtfeld sterben, haben wir doch das Recht zu sagen, dass ohne uns der Erfolg der Alliierten nicht denkbar wäre, denn unsere Beteiligung am Krieg ist sehr gross und äusserst wertvoll. Stärker als alle Fronten zusammen ist unsere Front, die Front des Judentums. Wir geben diesem Krieg nicht nur unsere ganze finanzielle Unterstützung, auf der die gesamte Kriegsproduktion basiert, wir stellen diesem Krieg nicht nur unsere volle propagandistische Macht zur Verfügung, die die moralische Triebfeder zur Aufrechterhaltung dieses Krieges ist.

Die Sicherung des Sieges baut sich hauptsächlich auf die Schwächung der gegnerischen Kräfte, auf dem Zerschlagen in ihrem eigenen Land, im Inneren ihrer Festung des Wider­standes auf. Wir sind das trojanische Pferd in der Festung des Feindes. Tausende in Europa lebende Juden sind der Hauptfaktor bei der Vernichtung des Feindes. Dort ist unsere Front eine Tatsache und die wertvollste Hilfe für den Sieg.»

Durch diese Rede Weizmanns ist das einseitige Blendwerk der Nachkriegsberichte in jeglicher Kriegsliteratur und auf dem globalen Weltnetz und in jeder Sprache uneingeschränkt und ausnahmslos der Unsachlichkeit, wenn nicht sogar der Lügenhaftigkeit überführt, ohne jede Möglichkeit einer Ausrede oder Rechtfertigung. (ei.)

«Im Jahre 1915 versuchte Staatssekretär Lansing in einem Memorandum seinem Präsidenten Wilson klarzumachen, dass der Erste Weltkrieg vorerst aufgeschoben und «ein allmählicher Prozess der Erziehung erreicht werden» muss, bis das amerikanische Volk zum Krieg bereit ist. Und im Jahr 1938 schrieb der Engländer Sidney Rogerson ein schmales Bändchen mit dem Titel «Propaganda im nächsten Kriege». In diesem kündigte er an, wie er die Vereinigten Staaten auf die Seite des Britischen Empire zu bringen hoffe: «Dazu wird der Glaube an eine ausgesprochene Bedrohung Amerikas notwendig sein, eine Bedrohung, die durch Propaganda jedem einzelnen Bürger nahegebracht werden muss, ehe Amerika nochmals die Waffen zu einem Kriege aufnimmt, der ausserhalb der Vereinigte Staaten geführt werden muss.» (S. 249). Als sich die Krise 1939 zuzuspitzen begann, war Rogersons Buch allerdings von englischen Agenten schon in allen Buchläden Amerikas aufgekauft und vernichtet worden (S. 250). Doch wie wir heute wissen, kam die Büchervernichtung zu spät und die Bedrohungen Amerikas wurden Wirklichkeit: «Pearl Harbor» 7.12.1941 (vgl. Recht+Freiheit 4/1998) und «Attacke auf Amerika» 11.9.2001 (vgl. Recht+Freiheit 6/2001, 6/2003 und 9/2003).

Ende April 1940 hatte Rechtsanwalt Frédéric R. Coudert 18 Herren in sein Büro nach New York eingeladen. Anlässlich der Sitzung wurde das Programm der Erziehung Amerikas zum Kriege entworfen. Die Einzelheiten sind später durch eine Indiskretion bekanntgeworden. Sie wurden sogar dem Senat in aller Ausführlichkeit mitgeteilt. (Congressional Record, 15. Juni 1940, S. 12606 ff. und 20625 ff.) Die 18 Herren waren von der amerikanischen Hochfinanz, von der britischen Propaganda sowie Verbindungsleute zur amerikanischen Regierung. Sie kamen zusammen, um das «Committee to Defend America by Aiding the Allies» zu gründen, das Komitee zur Verteidigung Amerikas durch Unterstützung der Alliierten, das im Jahre 1940 Millionen von Dollar ausgab, um das amerikanische Volk davon zu überzeugen, dass es seine Neutralität so schnell wie möglich aufgeben müsse. Frédéric R. Coudert war während des Ersten Weltkrieges Rechtsberater der britischen Botschaft in Washington gewesen und hatte im Auftrage seiner Botschaft ungeheure Summen für Agitationszwecke verwandt, und er war dabei zu einem reichen Mann geworden.

Von den 18 Anwesenden sind die wichtigsten namentlich bekannt: Thomas W. Lamont, der allmächtige Partner von J. P. Morgan; Henry L. Stimson, der damalige Kriegsminister; Frank L. Polk, ein Rechtsanwalt, dessen Firma zu den ständigen Rechtsberatern des Bankhauses Morgan gehörte (er war 1919/20 Unterstaatssekretär im State Departement und damit der Versailler Epoche zur Ausplünderung Deutschlands verbunden); Nicholas M. Buttler, der Präsident der Columbia-Universität und der Carnegie-Stiftung; James Conant, Präsident der Harvard-Universität; Clark M. Eichelberger, Geschäftsführer der britisch beeinflussten «League of Nations Association» und der Journalist William Allen White. Wendell Willkie, Präsident der mächtigen «Commonwealth and Southern»-Elektrizitätsgesellschaft, war ebenfalls eingeladen, wie er später zugab, aber zufällig verhindert (Porter Sargent, a. a. O., S. 356). Dies war der neue Generalstab der Kriegspropaganda in den Vereinigten Staaten. Mit der Gründung dieses Komitees (fortan White-Komitee genannt) war die Aussöhnung zwischen Roosevelt und dem Finanzkapital erfolgt, nachdem sich das Finanzkapital und insbesondere das Bankhaus Morgan Roosevelt ursprünglich scharf bekämpften. Eine erste Annäherung erfolgte bereits 1938, als Roosevelt Thomas Lamont zu einer langen Aussprache im Weissen Haus empfangen hatte. Es wurde berichtet, dass Lamont das Weisse Haus nach jener ersten Unterredung in der besten Stimmung verlassen hatte. Er wusste schon damals, dass der «New Deal» künftig keine Gefahr mehr für die Millionäre der Wall Street sein würde. Vorsichtig setzte er sich fortan in der Öffentlichkeit auch für Roosevelt ein (S. 250f).

Stimson, Coudert und Polk hatten bereits aus dem Ersten Weltkrieg Erfahrung in der «Erziehung zum Krieg». Diese drei hatten 1916/17 im Mittelwesten und Westen eine grosse Vortragsreise veranstaltet, in der für den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg geworben wurde. Es ist nachweisbar, dass Stimson schon damals zu denjenigen Politikern gehörte, die vom Bankhaus Morgan ausgehalten wurden. Er hatte zudem enge Verbindung mit dem 1882 in Wien geborenen jüdischen Professor Felix Frankfurter (S. 251f), der in seinem Kielwasser schwamm und sich wichtigste Schlüsselpositionen in den Vereinigten Staaten zu sichern wusste: Nach 1911 war er der engste Berater des Kriegsministers Henry L. Stimson. Als er 1914 zum Pro­fes­sor in Harvard ernannt wurde, begann er bereits alle Ämter in Washington mit seinen Schülern zu durchsetzen und hieraus ein System zu machen. 1917 wurde er selbst Beigeordneter Staats­sekretär im Kriegsministerium und schliesslich Vorsitzender des Kriegsarbeitsamtes. Um diese Zeit traf er mit Franklin D. Roosevelt zusammen und zog ihn in den Umkreis des Salons (Treffpunkt), den er mit Frau Frankfurter in Washington unterhielt und in dem sich zu jener Zeit schon die wichtigsten Minister wie auch englische Diplomaten und reiche jüdische Bankleute trafen (S. 147). 1939 wurde er Mitglied des Obersten Gerichtshofes der USA (S. 146).

Die Freundschaft zwischen Frankfurter und Roosevelt war seither niemals mehr unterbrochen worden. War es der Jude Rosenman, der den ersten Gehirntrust (Gedankenschmiede) auswählte, so fiel Frankfurter die viel umfassendere Aufgabe zu, nicht nur für den Präsidenten, sondern für alle grossen Regierungsämter in Washington geeignete Berater auszusuchen. Hierfür aber war Frankfurter seit langem eingerichtet. Schon vor dem Weltkrieg war er zu dem Schluss gekommen, dass die amerikanische Beamtenorganisation denkbar ungenügend war. Er nahm sich als massgebendes Vorbild den britischen Civil Service (Staatsdienst), den er mit Unterstützung von Harold Laski, einem jüdischen Professor in London, studierte. Er erkannte hierbei, dass in einem grossen Beamtenapparat demjenigen riesige Macht zufallen müsse, der die Schlüsselpositionen zu besetzen vermag (S. 147). In England war dies durch die «hundert Familien» der Hocharistokratie seit langem mit Geschick geschehen. Konnte der Aufbau eines neuen Verwaltungssystems in den USA nicht demjenigen, dem diese Aufgabe zufiel, einen fast unbeschränkten Einfluss sichern? Einen Einfluss, der selbst den der Hochfinanz in den Schatten stellen konnte? (S. 148)

Als Staatssekretär hatte sich Stimson bei der Morgan-Bank «königlich» für die ihm früher geleistete Unterstützung erkenntlich zeigen können. Er war es, der 1930 dafür gesorgt hatte, dass die deutsche Reparationsanleihe (Geldanleihe für Kriegsentschädigungen an den Sieger) monopolartig durch das Bankhaus Morgan in den Vereinigten Staaten eingeführt werden konnte. Das Haus Morgan hatte allein an dieser Emission Millionen von Dollar verdient. Schon 1910 hatte das Bankhaus Morgan 25’000 Dollar für eine Kandidatur Stimsons als Governor von New York ausgegeben. Er fiel durch, wurde aber prompt von Präsident Taft (1909–1913) zum Kriegsminister ernannt. Als er schliesslich von Hoover zum Staatssekretär erhoben wurde, sollte sich die «Investition» aus dem Jahre 1910 für das Bankhaus Morgan reichlich bezahlt machen. Stimson, humorlos, trocken, 1941 im 75. Lebensjahr, war der Inbegriff des Dollarimperialismus jener vergangener Jahrzehnte. Als fanatischer Kriegshetzer vor dem Eintritt der USA in den Weltkrieg, als Leiter einer vom Grosskapital geforderten bewaffneten Intervention in Nicaragua 1927, als Generalgouverneur der Philippinen (1927–1928) – stets galt er der Mehrheit des Kongresses als verdächtig, stets war er unbeliebt, galt als doktrinär mit beschränktem Horizont. Sein Spitzname «Wrong-Horse-Harry» (Harry, der immer auf das falsche Pferd setzt) ist dafür bezeichnend.

Das Finanzkapital war also entschlossen, eine das ganze Land erfassende Propaganda für die Beteiligung am Krieg zu entfesseln. Schon 1916 hatte das Bankhaus Morgan an sein Zweighaus Morgan, Grenfell & Co. nach London telegraphiert: «Wir wünschen, dass Sie wissen, dass wir mit Erziehungsarbeit beschäftigt sind, um den Weg für eine französische Anleihe zu ebnen.» Am selben Punkt war man 1940/41 wieder angelangt. Die Hochfinanz witterte ein neues ungeheures Geschäft. Man benötigte nur ein durch die dunklen Finanztransaktionen des Weltkrieges nicht kompromittiertes Aushängeschild, und dies glaubte man in dem temperamentvollen Publizisten William Allen White gefunden zu haben. In jener Geheimsitzung in Couderts Büro wurde dieser kleine bewegliche Mann aus dem amerikanischen Mittelwesten, der sich durch die Aufmerksamkeit so mächtiger Herren zunächst sehr geschmeichelt fühlte, zum Präsidenten des Propagandakomitees gemacht (S. 252).

William Allen Withe ist ein seltsamer Fall. Als Herausgeber einer winzigen Zeitung in der ebenso winzigen Stadt Emporia in Kansas hatte er in Hemdsärmeln und mit offener Weste wie Hunderte andere kleine Herausgeber seine «Emporia Daily Gazette» zusammengeklebt. Mit der Zeit begann er indes in der Republikanischen Parteimaschine von Kansas eine Rolle zu spielen, und schliesslich erlangte sein Witz eine Art Berühmtheit im ganzen Lande. Er begann Bücher zu schreiben, darunter eine Verherrlichung von Calvin Coolidge (30. Präsident der USA, 1923–1929) — es hiess «Ein Puritaner in Babylon» — und wurde nun in den Salons von New York herumgereicht. Eine hohe Stellung in der Freimaurerei ebnete hier White die Wege. Roosevelt nannte ihn vertraulich «Bill» und Frankfurter zählte ihn zu seinen Freunden. Als der Präsident 1939 Frankfurter zum Bundesrichter ernannt hatte, sandte er an White ein Telegramm «I have done it» (das habe ich gemacht) (zit. in American Mercury, März 1941) — ein Beweis, dass White zu den unberechenbaren Kräften im Schatten des Weissen Hauses gehörte. Lamont, Stimson und die anderen Drahtzieher glaubten in dem leicht geröteten, überall bekannten Apfelgesicht Whites die geeignete Maske zum Beweis der Redlichkeit ihrer Absichten gefunden zu haben.

Es kann gleich vorweggenommen werden, dass sie sich darin täuschten. Der über Siebzig­jährige aus Emporia hatte nämlich zum Erstaunen der Zyniker in New York tatsächlich noch einen Rest von Gewissen. Anfang Januar 1941 legte er den Vorsitz des Komitees mit der Begründung nieder, «in zwei Unterorganisationen, nämlich in New York und Washington, sei eine Gruppe von Kriegshetzern vorherrschend. Er könne aber nicht Leiter einer Organisation bleiben, die dazu benutzt werde, den Krieg heraufzubeschwören.» Diese Kriegshetzer waren niemand anders als die Herren von Wall Street, die die ersten Schecks zur Finanzierung des White-Komitees gegeben hatten. White selbst hatte naiv geglaubt, es handle sich tatsächlich darum, Amerika aus dem Kriege herauszuhalten und nur England zu unterstützen. Die Episode zeigte jedenfalls, wie stark im Mittelwesten ein Gefühl für die Verwerflichkeit (S. 253) einer amerikanischen Kriegs­politik noch immer vorhanden war. Das Komitee hatte allerdings zu jener Zeit seinen Zweck bereits erfüllt, da nun durch das Leih-Pacht-Gesetz («Lend-Lease Act») die unmittelbare Beteiligung der Vereinigten Staaten am Krieg schnell vorwärtsgetrieben werden konnte.

Die Geldmittel, die die Hochfinanz bei jener geheimen Zusammenkunft in Couderts Büro zur Verfügung gestellt hatte, müssen gewaltig gewesen sein, da die Vereinigten Staaten alsbald durch das White-Komitee mit schreienden deutschfeindlichen Plakaten, ganzseitigen Zei­tungs­inseraten, Hetzfilmen, Theaterstücken und Vorträgen, die alle von dieser Stelle aus finanziert wurden, vollends überschwemmt worden sind. Lamont und Morgan hatten 1916/17 eine ganz ähnliche Organisation, die «National Security League», für den Kriegseintritt gegen Deutschland finanziert. Eine Untersuchungskommission des Repräsentantenhauses hatte später festgestellt, dass Morgan und sein Kreis diese (von Lügen getragene) Propagandaorganisation nur deshalb gegründet hatten, um die von ihnen aufgelegten englischen, französischen und sonstigen Anleihen besser im Publikum unterzubringen. Ein Gerichtsverfahren in dieser Sache gegen das Bankhaus Morgan konnte durch die Macht Morgans niedergeschlagen werden (zumal auch Stimson damals an dieser Organisation beteiligt gewesen war).

Erstaunlich an den Vorgängen von 1940 ist, dass trotz Vorliegen des gesamten belastenden Materials der Untersuchungskommission, in dem die Machenschaften des Hauses Morgan während des Weltkrieges aufdeckt worden waren, das Volk der Vereinigten Staaten einer Wiederholung dieses widerwärtigen Spiels erneut ausgeliefert war, ohne sich dagegen wehren zu können. (H. C. Petersen in «Propaganda for War», Oklahoma 1939. F. Schönemann in «Die Kunst der Massenbeeinflussung in den Vereinigten Staaten», Berlin 1926.) (S. 254)

Nach zwei Jahren intensiver Kriegsagitation wollten noch immer 80 % [der Amerikaner] an diesem Krieg selbst nicht beteiligt sein. Sie wissen nicht, weshalb er sie überhaupt angeht. Roosevelt sah ganz mechanisch in der Entfesselung und in der Teilnahme an dem Krieg ein Allheilmittel für die verfahrene innere Lage. Die Hochfinanz sah die Möglichkeit neuer Milliar­den­gewinne. Das Volk aber sah nichts. Es fühlte sich weder bedroht noch wollte es sich über die westliche Erdhälfte hinaus an den Streitigkeiten der übrigen Weltmächte beteiligen. Hier nun wurde ein neues Instrument der Verlockung in das Orchester der Kriegstreiber eingeführt, das zuerst als sanfter, dunkler Unterton, aber bald alles übertönend mit mächtigstem Fortissimo gespielt wurde: Die Möglichkeit einer amerikanischen Weltherrschaft als das Ergebnis dieses Krieges wurde plötzlich zum Leitmotiv der inneren Propaganda (S. 315f).»

Erläuterung: Die Fakten liegen nach zwei Weltkriegen vor aller Augen klar auf dem Tisch. Die freien Völker bedürfen keiner «Erziehungsprogramme» mehr, um zu begreifen, dass Amerika ihren Ländern nicht eine friedliche Demokratie bringt, sondern Zerstörung und Chaos durch Einwanderung aussereuropäischer Volksmassen und Vermischung aller zu einem homogenen Sklavenstaat für die geplante One World. Reichtum für ein paar Wenige, Armut und Not für die Mehrheit. Alles zur Erringung der Weltherrschaft einer Handvoll Leute, die in Amerika die absolute Macht innehaben. Wirsings Bericht ist durch viele Faktoren bewiesen. Die zionistische Bedrohung Europas und seiner Kultur kann nicht widerlegt werden. (ei.)


 

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Zusammengefasst (überarbeitet und teilweise ergänzt) aus der Faksimile-Ausgabe von Dietrich Bohlinger, Viöl/Nordfriesland, 2005 des Buches von Giselher Wirsing «Der masslose Kontinent», 1. Auflage München 1941, 2. Auflage 1942.