Die «Neue Luzerner Zeitung», eine ständige Quelle der Irreführung

Durch einen Abonnenten haben wir den schriftlich niedergelegten Vortrag «Wahrheit in den Medien – Utopie oder verpflichtende Norm?» erhalten, welchen Andreas Blum, früherer Radiodirektor DRS und alt SP-Nationalrat anlässlich eines von der Stiftung «Wahrheit in den Medien» organisierten Symposiums am 1.12.2001 im Rathaus von Luzern gehalten hatte. Der Vortrag war uns bisher nicht bekannt. Das Patronat dieses Symposiums hatte die Neue Luzerner Zeitung (NLZ).

Das Anliegen dieses Symposiums – Wahrheit in den Medien – sieht in Wirklichkeit aber ganz anders aus. Zwischen dem Anliegen der Vortragsredner und ihrem tatsächlichen Verhalten klafft nämlich eine breite Lücke. Nicht umsonst informiert seine Leserschaft seit bald zehn Jahren über die Gehirnwäsche durch die Medien. Wie es scheint zu Recht, wie Noam Chomsky in seinem Buch über die Kontrolle und Manipulation durch Medien «Media Control» deutlich macht. Der renommierte «Arts and Humanities Citation Index» führt Chomsky unter den zehn meistzitierten Autoren aller Zeiten auf und stellt ihn auf eine Stufe mit Freud und Hegel. Ein kürzlicher Beitrag in der NLZ veranlasst uns heute dazu, das Thema aufzugreifen, um unseren Lesern am Beispiel der NLZ das unmoralische Verhalten grosser Zeitungen in der Schweiz vor Augen zu führen.

Andreas Blums Vortrag umfasst elf Seiten DIN A4. Ein Kommentar müsste denselben Umfang haben, wenn er Blum gerecht werden wollte. So viel Platz haben wir nicht. Wir sind daher gezwungen, uns im nächsten Absatz auf das Wesentliche seines Vortrages zu beschränken:

Blum erwähnt das Zitat von Heinrich von Kleist: «Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es nur so scheint.» Dies sei die fundamentale Sinnfrage für den Journalisten, ins Berufliche übertragen hiesse das Objektivität, so Andreas Blum. «Ziel journalistischer Arbeit ist es, diejenigen, die wir mit unserer Botschaft erreichen wollen, in die Lage zu versetzen, sich in der Welt besser zurechtzufinden, damit sie in den Fragen, die sie selbst betreffen und für deren Beantwortung sie mitverantwortlich sind, sich ein eigenes, kompetentes Urteil bilden können.» Doch bei der Übertragung der Objektivität in die Wirklichkeit, stelle sich die Frage, nach welchen Kriterien? «Aber da spielten manipulatorische Faktoren hinein, etwa durch die Reduktion der Wirklichkeit […] durch politische oder ideologische Akteure.» Wie wahr! Und immer wieder: «Wahrheit – was ist Wahrheit?» Mit Bezug auf Kants «Kritik der reinen Vernunft» sagt Blum: «So ist beispielsweise ein von A und B erkannter Gegenstand niemals identisch, weil er von A und B unterschiedlich wahrgenommen wird.»

Doch gerade die einflussreichen Medien, die so viel von Wahrheit salbadern, lassen nichts unversucht, allen dieselbe Wahrnehmung einzureden. Nicht nur A und B sollen dasselbe denken, sondern alle andern auch. Wer eine differenziertere Meinung hat, wird durch die üblichen Mechanismen ausgegrenzt. Beweise gefälligst?

Am vergangenen 1./2. November fand in Luzern ein Symposium mit internationalen Referenten zum Thema «Der inszenierte Terrorismus», die Anschläge des 11. Septembers 2001, statt. Noch bevor dieses stattfand und bevor die Neue Luzerner Zeitung die Redner angehört hatte, drängte sie diese in ihrer Ausgabe vom 31. Oktober mit Beschimpfungen ins Abseits. Die Vortragenden wurden «umstrittene Referenten» und «Verschwörungstheoretiker» genannt, die «konspirative Theorien» entwickelten. Warum diese «umstritten» sein sollen, erklärt die NLZ nicht. Aber auch eine Antwort auf die im Raum stehende Frage, mit wem und gegen wen sich die Referenten konspirativ (geheim) verschworen hätten, gibt sie nicht. Ein besonders schlechtes Zeugnis für ihre journalistische Arbeit stellt sie sich mit der Unfähigkeit aus, nicht ein einziges Argument der arg kritisierten Buchautoren widerlegt, ja noch nicht einmal den Versuch dazu unternommen zu haben. Oder wie erklärt sich die NLZ, dass die Fassade des Pentagons ein Loch aufwies, in das kaum die halbe Boeing passt? Auf den offiziellen Bildern, welche die Feuerwehrleute beim Löschen zeigen, sind keine Flugzeugtrümmer, dafür aber in den Fenstern noch die Scheiben zu sehen, die den Einschlag offensichtlich unbeschadet überstanden haben. Wie ist das alles möglich? Zur Not behilft sich die NLZ dadurch, dass sie ihre Leserschaft auf die lügenhaften Berichte des Spiegels hinweist (siehe den Beitrag «An den Hamburger ZerrSpiegel»). Besonders verärgert scheint die NLZ zu sein, weil von Bülow in seinem Buch «Die CIA und der 11. September» die Anschläge mit dem israelischen Geheimdienst Mossad in Verbindung bringt. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, hat Bülow das Recht, das zu schreiben. Wer, wie Geheimagenten des Mossads keine Skrupel hat, Politiker, die sich nicht jedem Ansinnen fügen, zu ermorden, hat sich über solche Verdächtigungen nicht zu wundern. Zur Erinnerung: Uwe Barschel, Exminister von Schleswig-Holstein, wurde am 10. Oktober 1987 in der Badewanne des Genfer Hotels Beau-Rivage von Mitgliedern des Mossads ermordet, wie Ex-Mossad-Agent Victor Ostrovsky der Welt verraten hat. (Vgl. vom 19.11.2001 in «USA – das perfekte Verbrechen?») Die Unehrlichkeit der NLZ zeigt sich besonders daran, dass sie in ihrem Bericht unerwähnt liess, dass von Bülow in der Bundesrepublik Deutschland Geheimdienstexperte war. Damit ist er geradezu dafür prädestiniert, Untersuchungen anzustellen und darüber zu berichten. Ach ja, am 29.9.03 druckte das Wall Street Journal einen grossen Artikel über das Buch von Andreas von Bülow, das in Deutschland inzwischen zum Bestseller geworden ist!

Der Beitrag in der NLZ hat mit Wahrheit nichts zu tun. Jedoch steht fest, dass sie nur an den Tag kommen wird, wenn alle Karten auf den Tisch gelegt und jede Meinung gleichwertig diskutiert wird. Die «politischen oder ideologischen Akteure» scheinen gerade dies verhindern zu wollen. Die NLZ hat wie neun andere Tageszeitungen und drei Wochenzeitungen unseren Offenen Brief an Heribert Seifert (NZZ) erhalten (vgl. vom 23.9.2003). Im Begleitbrief ersuchten wir die Zeitungen, den Beitrag zu publizieren und uns zu berichten, was sie davon halten. Keine einzige Zeitung antwortete auf den sorgfältig abgefassten Bericht. Fragen Sie doch einmal bei Ihrer Zeitung* nach dem Grund der Informationsverweigerung.

Lesen wir noch, was die NLZ anlässlich des Symposiums «Wahrheit in den Medien» schrieb: «Schliesslich ist ein kritischer fairer Journalismus unverzichtbar für eine lebendige Demokratie. Dazu bekennt sich auch die Neue Luzerner Zeitung. Und deshalb haben wir das Patronat dieser Veranstaltung übernommen», so Markus Kündig, Verwaltungsratspräsident der NLZ.

Entweder sind sie alle Lügner oder Feinde der Demokratie. Oder beides zusammen!


Fussnote

* Aargauer Zeitung; Basler Zeitung; Basellandschaftliche Zeitung; Berner Zeitung; Neue Luzerner Zeitung; Neue Zürcher Zeitung; Neues Bülacher Tagblatt; Schweizerzeit, Flaach; Solothurner Tagblatt; St. Galler Tagblatt; Weltwoche; WoZ Die Wochenzeitung; Zeit-Fragen, Zürich.