In Memoriam Dr. Max Hans Disteli

Dr. Max Hans Disteli verstarb am 26. Februar 2007 im Alter von 86 Jahren. Sein Pflichtbewusstsein für eine unzerstörte Natur und Aufrechterhaltung eidgenössischer Grundwerte als Garant unserer Freiheit waren vorbildlich.

Max Disteli 15.6.1921–26.2.2007

Dr. Max Disteli wurde am 15. Juni 1921 in Olten geboren. Er blieb das einzige Kind von Johann und Frieda Disteli. Sein Vater war Bahnsouschef bei der SBB Olten. Max Disteli machte daher in frühester Kindheit Bekanntschaft mit der ihm zeitlebens ans Herz gewachsenen Eisenbahn. Ein eigenes Auto kannte er nie. Er eroberte sich seine Welt zu Fuss, mit der Eisenbahn, ausnahmsweise auch mit dem Flugzeug, 1991 bis nach Wladiwostok, der russischen Hafenstadt am japanischen Meer. Wie erstaunt war er, als er dort bei einer Bahnreise in einem Hauptpostamt eine Postkarte fand mit der Abbildung von Wilhelm Tell mit der Armbrust, darunter in kyrillischer Schrift Glückwünsche zum 700jährigen Bestehen der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Just in einer Zeit, als es bei uns hiess «700 Jahre sind genug» und «Suiza no existe» (die Schweiz existiert nicht). Das mutwillige Herunterreissen unserer Heimat muss Max Disteli schmerzlich empfunden haben. Einem Freund bekundete er einmal seine Heimatliebe wie folgt: «Weisst Du, ich denke oft an ein Lied, wo es heisst:

Es wächsle Bärg und Täli,
so lieblech mitenand,
Und über alles use
Luegt mängi Felsewand.
Do obe weide Härde,
dort unte wachst der Wy;
Nei schöner als im Schwyzerland,
chas währli niene sy.»

Nach dem Ende seiner Schulzeit folgten harte Jahre an der Kantonsschule. 1939 kam der Krieg und Max Disteli leistete Arbeitseinsätze in der Landwirtschaft. Im Vorsommer 1941, immer noch mitten im Krieg, bestand er die Maturität Typ C. Kurz darauf wurde er in Aarau (sein Vater war inzwischen Bahnhofsvorsteher in Aarburg geworden) zur Infanterie-Rekrutenschule eingezogen, aus der er nach einer Verlängerung von drei Monaten erst im Februar 1942 wieder entlassen wurde. Damit war sein Anschluss für das Studium der Naturwissenschaften am Polytechnikum in Zürich verpasst. Im Frühjahr 1942 konnte er dennoch sein Studium an der ETH beginnen, verlor da aber wegen immer wieder folgenden Aktivdienstzeiten und Spezialaufgeboten ein weiteres Jahr. Sogar in den Semesterferien gab es studentische Arbeitseinsätze im Berggebiet. Alles ohne ein Rappen Entschädigung für verlorene Studienzeit! Nach den schwierigen Verhältnissen jener Epoche, die Max Disteli «Arglist der Zeit» nannte, war er ein «höherer Lehrer» ohne jegliche Praxis und Erfahrung. Nach anderthalb Jahren Assistenzzeit an der Universität Zürich fand er eine Halbjahresanstellung an der Kantonsschule Trogen. Ich habe dort «glücklos amtiert, aber meine zeichnerischen Fähigkeiten für Landschaften entdeckt», schrieb er in seinen Lebenserinnerungen. Weil es keine besseren Angebote gab, arbeitete er ab 1948 drei Jahre lang an einer Privatschule in Pratteln (BL). Die Bezahlung bestand aus «Kost und Logis plus 300 Franken Bargeld – ohne Arbeitsvertrag». Max Disteli wusste, dass er an die Hochschule zurück musste, wenn er weiterkommen wollte. Ab 1951 studierte er daher zwei Jahre lang Mathematik, Pädagogik, Deutsch, Geographie und Turnen. 1952 erhielt er für diese Fächer das solothurnische Bezirkslehrerpatent. Jetzt unterrichtete er kürzere oder längere Zeit an den Primarschulen Kienberg und Kestenholz, und an den Bezirksschulen Welschenrohr, Trimbach, Biberist, Neuendorf und Zofingen.

Im Frühjahr 1954 promovierte Max Disteli an der ETH Zürich mit einer Dissertation zur Geographie einer Schweizer Kleinstadt zum Dr. sc. nat. In dieser Zeit bekam er auch eine feste Anstellung als Vikar in Fahrwangen am Hallwilersee, und zur Ergänzung seines Pensums zwei Tage pro Woche zur Unterrichtung an der Bezirksschule Sins (AG). Max Disteli: «Elf Jahre lang war ich im Lehramt von Fahrwangen. Es wurde erwartet, dass möglichst alle Schüler, die in eine höhere Schule wollten, die Aufnahmeprüfung bestehen würden. Es gab sozialen Druck und der Lehrer wurde für schuldig befunden, wenn Schüler scheiterten. Die Zeit war für mich glücklos. Ich gab mir Mühe, aber es fruchtete nichts. Ich hatte zwar ein rechtes Einkommen, aber die Schul- und Erziehungsarbeit wurde mir mehr und mehr zur Hölle. Meine Neigung, etwas Brotloses zu studieren, hatte weitreichende Konsequenzen.»

Mit seinem Lehrberuf unzufrieden, entschied Disteli, sich fortan nicht nur der publizistischen Tätigkeit für Politik, sondern vermehrt dem Umweltschutz zuzuwenden. Anfang der 60er Jahre konnte er in verschiedenen Zeitungen, auch bei der Neuen Zürcher Zeitung, seine Artikel unterbringen, und 1964 wurde er der erste Präsident des Landschaftsschutzverbandes Hallwilersee, dessen Amt er elf Jahre lang ausübte. 1965 bekam er auch die neue Geschäftsstelle für Landwirtschaftsschutz im Baudepartement des Kantons Aargau. Max Disteli war überglücklich: «Endlich hatte ich die ganz auf meine Neigung und Ausbildung zugeschnittene Stelle gefunden.» In dieser Anstellung blieb er bis zu seiner Pensionierung.

Im Juni 1986, als Max Disteli pensioniert wurde, zog er von Aarau nach Olten, wo seine Frau Pia aufgewachsen war. Ihr neues Heim befand sich unweit des Bahnhofs an der Martin Disteli-Strasse, die nach einem Oltner des vorletzten Jhd. benannt ist. 32 Jahre war er mit seiner Lebensgefährtin zusammen, als diese im Oktober 2003 verstarb.

Das vielseitige Interesse von Max Disteli äusserte sich auch an seiner Freude beim Kegeln, Reiten, Singen im Männerchor und bei anderen Geselligkeiten, Tätigkeiten, die ihm viel Freude bereiteten. Doch auf die Politiker, die sich nicht für das Beste und für das Wohl unseres Vaterlandes einsetzen, wetterte er und sagte von ihnen, sie und unsere Hochschulprofessoren seien wissende Papiertiger, ohne ethisches und moralisches Fundament.

Für Disteli waren Volk, Scholle, Fauna und Flora etwas Lebendiges mit gemeinsamer Aura. Erst alle zusammen sind das, was wir als Heimat fühlen. Wer das nicht erkennt, stirbt ab, ohne es zu merken. Max Disteli versuchte mit Taten und Zeitungsberichten Menschen dazu zu bringen, über die zerstörerischen Kräfte nachzudenken, zusammenzustehen und sich dagegen aufzulehnen. Doch in den letzten Jahren sprach er immer mehr davon, dass das Oltner Tagblatt und andere Zeitungen seine Beiträge nicht mehr publizieren würden, «nicht einmal die Schweizer Demokraten», stellte er betrübt fest. Zweimal habe er diesen sogar offeriert, für die Öffentlichkeitsarbeit eine grosse Anzahl Informationsblätter über den EU-Haftbefehl zu bezahlen, «doch sie haben nicht einmal geantwortet», schrieb er enttäuscht. Max Disteli zählte zu den ersten Abonnenten von . Als seine Artikel bei anderen Zeitungen immer öfters keine Aufnahme fanden, verblieb ihm nur noch die unsrige, mit einer für die Wichtigkeit leider viel zu unbedeutenden Auflage. Mit seinem fulminanten Beitrag «Parlamentswahl im Herbst 2007», kurz nach seinem Tod in unserer Ausgabe vom März 2007 veröffentlicht, hat Max Disteli ein letztes Mal seine Alarmglocken ertönen lassen. Seine Beiträge mit ihrer unverwechselbaren Diktion werden uns sehr fehlen.

Wer Max Disteli kannte, der verbindet unweigerlich seinen Namen mit Heimatliebe, mit Kampf für Ökologie, Landschafts-, Natur- und Vogelschutz, und Kampf für eine gesunde Landwirtschaft auf Schweizer Boden. Eng damit verbunden war sein mutiges Eintreten für die ideellen Grundwerte unseres Landes.

Ernst Indlekofer


Redaktionelle Beiträge von Dr. Max Disteli
Parlamentswahl im Herbst 2007
Wie lange sollen und dürfen wir noch freie Schweizer bleiben?
Die geplante Liquidierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Wenn Falschheit und Hinterhältigkeit das Land regieren
Kolonialvertrag mit der EU
Ohne wirksame Gegenwehr
In Sorge um das Weiterbestehen der Schweiz

Leserbriefe von Dr. Max Disteli
Ex Bundespräsident Leuenberger gratulierte zum Weg in die Knechtschaft
Keine Ruhe ums Rütli
Sozialisten und Freimaurer wollen die Weltregierung
Und es geschieht nichts!
Der Bürger zahlt alle Verrücktheiten
Gesellschaft in Dekadenz begriffen
Von der Nutzlosigkeit der UNO
Verzicht auf Agro-Gentechnik
Tierschutzfeindliche EU
Der Europäische Haftbefehl
Zum Tag der Ernährung
Stirbt der Bauer, stirbt das Land
Agrarpolitik und Landesversorgung
Autokratische Regierung?
Das Toleranzgeschwätz und die Auflösung unserer eigenen Werte
Sargnägel für die Demokratie
Asylanten zahlen keinen Rappen
Die Stellvertreter
Eine Schande für unser Land
Humanitätsdiktatur
Antirassismusgesetz
Asylwesen – Antrieb der Staatsvernichtung